Network Computing

Trends bei Wireless-Techniken / Mobilkommunikation

Wireless-Techniken: Die fünf Verlierer des Jahres 2007  

Von: Bernd Reder

Unsere Kollegen von Unstrung haben fünf Wireless-Techniken identifiziert, die ihrer Ansicht nach im Jahr 2007 zu den »Losern« zählen werden. Dazu gehören WLAN-Telefone und Produkte für die WLAN-Standard IEEE 802.11g.

Wie immer zu Beginn eines Jahres überschlagen sich Marktforscher, Industrie-Gurus und Journalisten geradezu, wenn es um Prognosen für die kommenden zwölf Monate geht. Als »Aufsteiger« werden 2007 beispielsweise die Server-Virtualisierung, Web-Services und RFID gehandelt.

 

Anders unser Kollege Dan Jones vom Online-Magazin Unstrung. Er hat fünf Technologien ausgemacht, die seiner Ansicht nach 2007 auf den Kehrrichthaufen wandern werden.

 

 

Wifi-Telefone: Voice-over-IP-Geräte, mit denen der Nutzer über ein Wireless LAN Telefonate führen kann. Sie werden nach Ansicht von Dan von Dual-Mode-Mobiltelefonen abgelöst. Mit solchen Geräten ist das Telefonieren über ein WLAN und normale Mobilfunknetze möglich.

 

 

IP-Multimedia-Subsysteme (IMS): IMS gelten als Schlüsselkomponenten für die »Fixed-Mobile-Convergence«, also das Zusammenwachsen von Mobilfunk und Festnetzkommunikation.

 

Dan Jones ist der Auffassung, dass Carrier und Systemlieferanten auf der Suche nach Alternativen sind, etwa auf Grundlage von »Unlicensed Mobile Access« (UMA). Diese Technik erlaubt den Zugang zu Mobilfunk-Netzen über Wireless LANs und Bluetooth.

 

Ein Indiz für den Niedergang von IMS ist laut Jones die schwindende Unterstützung von Cisco Systems für die Technik. Hinzu komme, dass die Implementierung von IMS aufwändig und kompliziert sei.

 

Unsere Meinung dazu: IMS sind sicherlich ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einer »Pure-IP«-Infrastruktur im Festnetz- und Mobilfunkbereich. Allerdings ist Cisco nicht der Nabel der Welt, schon gar nicht bei Komponenten für Mobilfunknetze.

 

Andere Anbieter wie Alcatel, Ericsson oder Nokia, unterstützen den IMS-Standard. Deshalb wird es sicherlich länger als zwölf Monate dauern, bis IP-Multimedia-Subsystems obsolet sind.

 

 

IEEE 802.11g: Wireless-LAN-Komponenten auf Basis dieser Spezifikation werden laut Unstrung durch Adapter, Router und Access-Points abgelöst, die auf der Vorabversion der Norm IEEE 802.11n beruhen. Diese sieht Übertragungsraten von derzeit etwa 200 MBit/s vor; 802.11g schafft 54 MBit/s.

 

Dafür spricht, dass selbst Hersteller von WLAN-Chipsets wie Intel (»Centrino«) ihre Bedenken gegenüber dem noch unfertigen neuen Standard zurückgestellt und passende Chips angekündigt haben.

 

Nach unserer Meinung ist allerdings vor allem für Anwender in Firmen der Umstieg auf eine noch nicht ausgegorene Technik wie IEEE 802.11n ein Risiko. Für Privatanwender, die beispielsweise zu Hause ein WLAN aufbauen möchten, über das Musikstücke und Videos übertragen werden, mag das anders sein.

 

 

Ungemanagte WLAN-Access-Points in Unternehmensnetzen: Stand-alone-Zugangspunkte, die sich nicht zentral verwalten lassen, stehen auf der Abschussliste.

 

Davon profitieren Anbieter wie etwa Trapeze Networks und Cisco, die WLAN-Switches und gemanagte Access-Point anbieten.

 

Der Transport von Echtzeitdaten wie Sprache (VoIP over WLAN) und Videos über Wireless LANs wird den Austausch der älteren Systeme beschleunigen.

 

 

Fixed Wimax: Die Anbindung von Festnetzkunden über die Funktechnik Wimax wird eher eine Nebenrolle spielen. Dieses Verfahren kann beispielweise in Entwicklungsländern und Gegenden zum Zuge kommen, in denen sich Anwender nicht über das Telefonnetz an Breitband-Infrastrukturen anschließen lassen.

 

Interessant ist Wimax zudem als Ergänzung zu klassischen Breitband-Mobilfunktechniken, Stichwort »Mobile Wimax«. In den USA wollen beispielsweise der Mobilfunk-Carrier Sprint Nextel und Clearwire im laufenden Jahr mobile Wimax-Netze aufbauen. In Korea kommt der Wimax-Ableger »Wibro« zum Zuge.

 

In Deutschland versteigerte im Dezember 2006 die Bundesnetzagentur Frequenzen im Bereich 3,5 GHz für Wimax. Der finanzielle Ertrag war mit 56 Millionen Euro eher bescheiden.

 

Neben Clearwire ersteigerten Inquam und die Deutsche Breitband Dienste GmbH (DBD) Frequenzen, die sie für den Aufbau bundesweiter Netze nutzen möchten. Televersa und MGM kamen in einzelnen Regionen zum Zuge.

 

Alle Firmen wollen über Wimax drahtlose Breitband-Internetzugänge vermarkten. Allerdings dürfte sich die Technik nur in Nischen durchsetzen können, etwa Regionen, in denen Firmen wie die Telekom, Arcor, QSC oder Hansenet keine Breitband-Festnetzanschlüsse bereitstellen.

 

 

 

Beitrag von Dan Jones auf »Unstrung.com«

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