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29.01.2010

Noch viel mehr Datenverluste als sonst in 2009:
Wirtschaftskriese geht einher Rekord bei Datenverlusten

von Lars Bube, Werner Veith

Es scheint als hätte die Wirtschaftskrise auch auf den Umgang mit Daten abgefärbt. 2009 war ein Rekordjahr bei den Datenverlusten bei Unternehmen und Behörden. Das waren dreimal so viele wie in 2008.

Nicht nur für die Wirtschaft war das Jahr 2009 eines der schwärzesten seit langem: Auch in Sachen Datensicherheit gab es in Deutschland einen Negativrekord, obwohl das Thema in den Medien eine nie da gewesene Aufmerksamkeit hatte und auch der Gesetzgeber die Unternehmen mit dem neuen Datenschutzgesetz mehr denn je in die Verantwortung für ihre Daten nahm. Nach der Statistik des Projekts Datenschutz, das Datenpannen, Lecks, Missbrauchsfälle oder Eingriffe in die informationelle Selbstbestimmung protokolliert, schnellte die Zahl der gravierenden Datenpannen in Deutschland im vergangenen Jahr um rund 350 Prozent nach oben.

Die Zahl der Datenverluste steigt stetig an - im vergangenen Jahr sogar um rund 350 Prozent. (Bild: Hans-Joachim Roy, Fotolia.com)

So oft wie nie zuvor gelangten 2009 sensible Geschäfts- und Kundendaten ungesichert ins Internet oder falsche Hände, Finanzdienstleister gaben Tausende von Kundeninformationen unberechtigterweise weiter und Telekomprovider und Webshops schickten private Daten an fremde Personen. Etliche Unternehmen und Organisationen fielen sogar mehrfach auf, so AWD, Kabel Deutschland, die Deutsche Bank, Libri, Kik, die Deutsche Telekom oder die Postbank. Aber auch die öffentlichen Ämter und Behörden wie Stadtverwaltungen, Gemeindeämter, Amtsgerichte und die Bundesagentur für Arbeit, waren mit einer Rekordzahl an Datenpannen und -Verlusten an diesem schlechten Abschneiden beteiligt.

Weiter verstärkt wurde dieser Negativtrend – hauptsächlich im privaten Bereich - durch die Social Networks, die teilweise über Lücken Zugriffe auf vertrauliche Mitgliederdaten zuließen. Darüber hinaus zeigte sich auch, dass deren Nutzer sich häufig der möglichen Gefahren durch eine bedingungslose Veröffentlichung all ihrer Informationen noch nicht ausreichend bewusst sind.

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