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15.05.2009

Virtualisierungssoftware:
Vergleichstest: Vier Programme für die Systemvirtualisierung

von Andreas Stolzenberger, bre

Container kommen mit weniger Ressourcen aus und können gerade in homogenen Server-Landschaften virtuelle Maschinen ersetzen. Network Computing hat vier Produkte auf Herz und Nieren getestet: Solaris Zones, Openvz sowie zwei Versionen von Virtuozzo-Container.

Vollvirtualisierer wie Vmwares Workstation machen dem Anwender den Einstieg in die Welt der Virtualisierung leicht. Es genügt, ein Softwarepaket per Setup-Programm einzurichten, und schon lassen sich viele kleine Maschinen erstellen, die von einer nahezu beliebigen System-CD booten.

Ganz so einfach lässt sich die Systemvirtualisierung nicht in Gang setzen. Die Installation muss hier zuerst Modifikationen am Systemkern vornehmen, um diesen für den Containerbetrieb vorzubereiten. Dazu gibt es dann Verwaltungstools, ein virtuelles Dateisystem und Vorlagen für Container.

Open-Source-Lösung »Openvz« von Parallels

Als erstes Produkt nimmt Network Computing das quelloffene Openvz unter die Lupe. Diese Software enthält viele Funktionen des kommerziellen Bruders Virtuozzo. Die Open-Source-Codebasis von Openvz betreut daher auch die Firma Parallels.

Openvz funktioniert mit allen gängigen Linux-Distributionen und unterstützt dabei nicht nur Intel-Plattformen. Die Software arbeitet auch auf Ultrasparc- oder Power-PC-Varianten von Linux. Network Computing hat vor kurzem auf Network-Computing-Online einen kleinen Workshop zum Thema Openvz unter Ubuntu 8.04 veröffentlicht (siehe Artikel).

Etliche Redhat-Anwender hatten sich daraufhin bei der Redaktion gemeldet und wollten wissen, wie das Ganze auf ihrer Distribution arbeitet. Daher setzt das Laborteam für den Test Openvz noch einmal auf einem Server mit dem freien Redhat-Enterprise-Clone CentOS in der Version 5.2 auf.

Hardware-Basis

Für den Openvz-Test kramte das Laborteam einen bereits in die Jahre gekommenen Intel-OEM-Server aus der Ecke hervor. Der 1-HE-Rechner arbeitet mit zwei 2,8-GHz-Xeon-CPUs (Netburst) und 2 GByte RAM. Als Laufwerk genügt für das System eine 160-GByte-P-ATA-Platte. Die Container bekommen später ein iSCSI-SAN-Laufwerk zugeordnet.

Der Server erhält zunächst die aktuelle CentOS-Version 5.2. Einen besonderen Kernel muss der Administrator nicht aussuchen, dieser wird später ohnehin durch den Openvz-Kernel ersetzt. Nach der Grundinstallation spielt das Test-Team mit »yum update« zuerst einmal alle nötigen Updates ein.

Tipps für die Installation von Openvz

Bei der Installation von Openvz hält sich das Laborteam weitestgehend an das sehr übersichtliche How-to-Dokument. Von der Openvz-Site lädt der Systemverwalter die yum-Repository-Erweiterung und den GPG-Schlüssel:

cd /etc/yum.repos.d

wget http://download.openvz.org/openvz.repo

rpm --import http://download.openvz.org/RPM-GPG-Key-OpenVZ

Der Paketmanager yum erhält dadurch Zugriff, auf die vom Openvz bereit gestellten Kernel. Eine Liste erhält der Anwender über:

yum search ovzkernel

Für die simple x86-Labormaschine genügt der reguläre x86-Kernel, zusammen mit den vz-Tools:

yum install ovzkernel vzctl vzquota

Die Installation fügt den Openvz-Kernel an die erste Stelle im Menü des Boot-Loaders Grub. Vor dem Neustart sollte der Verwalter noch einige Änderungen in der /etc/sysctl.conf vornehmen, damit es keine Probleme mit den virtuellen LAN-Adaptern gibt (siehe How-to).

Nach einem Neustart ist die Systemvirtualisierung fast startklar. Noch fehlen die Vorlagen aus welchen sich VEs mit verschiedenen Distributionen erstellen lassen. Diese liegen auf

http://download.openvz.org/template/precreated/

und lassen sich über den Browser oder wget herunterladen und in /vz/template/cache sichern.

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