First-Look-Test: Speichersystem:
EMC Clariion AX4: Einstein light
Mit dem EMC Clariion AX4 adressiert EMC, der Spezialist für richtig große und teure Speicher, jetzt den Einsteigermarkt.
Bisher zielte EMC mit ihren Speichersubsystemen auf die oberen 10.000 der Branche. Die Clariion-Modelle fokussieren den gehobenen Mittelstand, welcher zur Installation jedoch stets einen Techniker mitgeschickt bekommt.
Die Clariion AX4 als Einsteigermodell bricht mit den Traditionen des Speicherriesen. Jetzt soll der Anwender erstmals selbstständig das FC- oder iSCSI-System auspacken und in Gang setzen können.
Network Computing erhielt von EMC für Testzwecke eine AX4-4-GBit/s-FC-Anbindung und eine gemischte SAS/S-ATA-Ausrüstung mit zwölf Laufwerken. Vier schnelle 146-GByte-Platten sorgen für Performance und enthalten zudem das Flare-Betriebssystem.
Sechs 300-GByte-SAS-Laufwerke offerieren den Mix aus Performance und Kapazität, während zwei gespiegelte 750-GByte-S-ATA-Platten als Tier-3-Speicher arbeiten.
USVs Teil der Grundausstattung
In der Box findet der Verwalter eine simple Installationskarte, welche ihm in wenigen Schritten das System-Setup zeigt. Neben der eigentlichen AX4 mit den bereits installierten Laufwerken gehören zwei unterbrechungsfreie Stromversorgungen dazu. Hier bleibt EMC dem Enterprise-Gedanken treu: Wer viel in RAM cached, muss dieses auch vor Stromausfällen schützen.
Die AX4 kann entweder als iSCSI oder FC-Speicher arbeiten, aber nicht beide SAN-Topologien simultan offerieren. Network Computing nutzt das FC-Modell mit dualen Controllern. Nach guten 30 Minuten ist das System bereits startklar über vier 4-GBit/s-FC-Ports an die Fabric und über zwei Gigabit-Adapter an das Netwerk angebunden.
Ein kleines Windows-Tool spürt die AX4 im LAN auf und weist ihr eine IP-Adresse zu. Danach nutzt der Administrator ein Web-GUI, um die Maschine zu konfigurieren.
Schnörkelloses GUI
Das GUI stellt sich überraschend simpel und schnörkellos dar. Wo andere Appliance-Hersteller wilde Ajax-Oberflächen stricken, setzt EMC auf einfachste Web-Dialoge, welche an die von Lowcost-Appliances aus dem Jahre 2000 erinnern.
Trotz schlichtem Design findet der Verwalter alle Funktionen im Web-GUI, welches sehr zügig ans Werk geht. Verschiedene erweiterte Funktionen fehlen. So kann der Administrator nicht manuell die ID einer LUN festlegen, aber in der Praxis braucht es das in der Regel auch nicht.
Fazit
Im ersten, kurzen Test schlägt sich die AX4 sehr gut. Die Bedienung erfordert keinen Storage-Profi. Die Performance (Schreibend, große Blöcke) liegt bei rund 200 MByte/s auf den SAS und 60 MByte/s S-ATA-Arrays.
Im weiteren Verlauf der Tests wird Network Computing der AX4 mit verschiedenen Betriebssystemen und Applikationen genauer auf den Zahn fühlen.
Dieser First-Look-Test ist in der Print-Ausgabe 6/2008 von Network Computing auf Seite 12 erschienen.
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