In San Francisco hat ein frustrierter IT-Fachmann das städtische Netzwerk unter seine Kontrolle gebracht. Über das Fiber-WAN laufen 60 Prozent der Daten und E-Mails, die Behörden in der Stadt miteinander austauschen.
Es ist beileibe nicht immer der böse Hacker, der die größte Gefahr für ein Netzwerk darstellt. In San Francisco bereitet derzeit ein Netzwerkverwalter den städtischen Behörden Kopfzerbrechen.
Nach einem Bericht des San Francisco Chronicle änderte Terry Childs, ein 43-jähriger Mitarbeiter des Department of Technology, alle Administrator-Passwörter und sperrte damit seine Kollegen aus. Nur er alleine hat noch Zugang zum Fiber WAN, dem Backbone-Netz der städtischen Verwaltung.
Über das Fiber WAN laufen 60 Prozent aller Daten, die Behörden in San Francisco senden und empfangen: E-Mails, Abrechnungen, Dokumente mit Gerichtsbeschlüssen et cetera. Zwar funktioniert das Netz derzeit noch, aber andere Administratoren können nicht auf Server und Router zugreifen.
Childs wurde mittlerweile verhaftet. Er weigert sich jedoch standhaft, das Master-Passwort herauszurücken.
IT-Fachleute der Stadtverwaltung versuchen derzeit, den Passwortschutz zu knacken – bislang ohne Erfolg. Sollte es dabei bleiben, bleibt den Behörden wohl nichts anderes übrig, als White-Hat-Hacker damit zu beauftragen. Doch das könnte nach Einschätzung von Experten mehrere Millionen Dollar kosten.
Warum Childs das städtische Netz kaperte, ist noch unklar. Vermutlich wollte er sich dafür rächen, dass ihn seine Vorgesetzten wegen angeblich schlechter Leistungen abmahnten.
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