Eine Untersuchung von Gartner hat ergeben, dass die Hälfte aller Firmen und Service-Provider im Jahr 2008 Probleme haben wird, die Rechner, Switches und Storage-Systeme in ihren Rechenzentren ausreichend zu kühlen.
Der Hintergrund des »Überhitzungsproblems« ist, dass die Anwender immer mehr Geräte in die Data Center packen. Dank kompakter Blade-Servern ist das kein Problem.
»Es ist heute machbar, ein Rack mit System zu bestücken, die etwa 30.000 Watt verbrauchen«, sagt Michael A. Bell, Vizepräsident bei Gartner. »Vor ein paar Jahren fielen pro Rack nur etwa 2000 bis 3000 Watt an.«
Die Folge: Wegen der Abwärme der Geräte steigt der Aufwand für das Kühlen der Räume und Systeme. Laut Bell mussten bislang rund 60 Prozent der Energiekosten eines Rechenzentrums für Geräte veranschlagt werden, die nicht direkt mit IT in Verbindung standen. Dazu zählen Kühlsysteme, Pumpen und Klimaanlagen.
Bis 2009 wird dieser Anteil auf 70 Prozent ansteigen. Dafür ist nicht nur die wachsenden Geräte-Dichte verantwortlich, sondern auch der steigende Strompreis. »Allerdings werden in den nächsten drei Jahren jede Menge Lösungen auf den Markt kommen, die das Problem mit der Hitzeentwicklung in Rechenzentren lösen sollen«, so Bell.
Dazu gehören Prozessoren, etwa von Intel und AMD; die bei höherer Leistung weniger Strom fressen, außerdem effizientere Stromversorgungen für Server-Systeme. Ebenfalls in Entwicklung sind Kühlsysteme, die direkt in Server-Racks installiert werden.
Gefragt sind jedoch nicht nur IT-Spezialisten, sondern auch Architekten. Sie müssen Rechenzentren so gestalten, dass sie eine bestmögliche Kühlung der Geräte erlauben.
Auch IT-Leiter werden sich mit Aspekten beschäftigen müssen, die auf den ersten Blick wenig mit Informationstechnik zu tun haben. Michael A. Bell fordert von ihnen eine »holistische« Betrachtungsweise: Sie müssten bei der Auswahl eines Gebäudes oder Raumes für Server- und Storage-Systeme auch Gesichtspunkte berücksichtigen wie die Luftzirkulation, die Bauweise oder die Temperaturen am Standort.
Hewlett-Packard hat übrigens bereits ein Energie- und Temperaturmanagementsystem für Rechenzentren entwickelt, das »Dynamic-Smart-Cooling«-Konzept.
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