Network Computing

Sieben Detektive im Wettstreit  

Von: dj

WebSideStory klar an der Spitze – Web-Analysedienste liefern Informationen, die das E-Commerce-Geschäft profitabler machen können. Network Computing testete sieben Anbieter, welche dieses Detektivgeschäft erfolgreicher machen wollen.

 

Network Computing arrangierte, dass »Clicktracks Analytics«, Fireclick, Sane Solutions, Urchin, »WebSideStory«, »WebtraffIQ« und »WebTrends« ihre Dienste in den Real-World Labs implementierten. Jeder Anbieter verbrachte einen Monat damit, der Verkehr auf der Athletics-Web-Site der Syracuse University (www.suathletics.com) zu beobachten und Daten davon einzusammeln. Die Site empfängt pro Monat drei bis fünf Millionen Page-Views und enthält mehrere Tausend Seiten sowie dynamische Komponenten, darunter Kalender, Zeitpläne und Newsletter-Abonnements. E-Commerce-Features unterstützen Streaming-Audio-Abonnements und Ticket-Verkäufe.

WebSideStory HBX On-Demand Web Analytics 2.5
Unter allen teilnehmenden Anbietern arbeitete Websidestory am intensivsten mit Network Computing zusammen und offerierte die meiste Unterstützung.

Websidestory besaß das größte Javascript-Code-Paket. Es besteht aus einer Include-Datei und einer umfassenden Sammlung anpassbarer Variablen. Obwohl die Größe des Codes an sich kein Problem darstellt, sind die vielen anpassbaren Parameter für fast alle Tracking-Features lästig. Beispielsweise teilen sich viele Seiten der SU-Athletics-Site im <title>-Tag denselben Namen. Um Websidestory dazu zu bringen, zwischen diesen Seiten zu unterscheiden, war das ASP-Script so zu modifizieren, dass es den Dateinamen und den Query-String abfragt und der Page-Name-Variable in Javascipt zuweist. Ganz ähnlich waren auch Inhaltsgruppen zu programmieren, während einige andere Anbieter erlauben, sie unter Nutzung des Site-Pfades zu definieren. Die Konsistenz dieses Ansatzes ist zwar begrüßenswert, nachteilig sind aber die zahlreichen Seitenmodifikationen.

Websidestory bietet viele Standardberichte, die alle Basisinformationen abdecken, die man von einem Web-Analyse-Werkzeug erwartet, darunter Verkehr, Verweiser, Inhalt und Navigation. Die Schnittstelle ist einfach zu benutzen und bietet kontextsensitive Drill-Downs, die dem Administrator erlauben, eine Variable zu selektieren und weiter zu erforschen. Oder sich Trendinformationen anzusehen, um sie über einen bestimmten Zeitraum hinweg zu beobachten. Im Bericht »Besuche pro Seite« sieht der Administrator nach einem Klick auf das neben einer aufgelisteten Seite angeordnete Drill-Down-Icon beispielsweise die Verweiser auf diese Seite und die Fluktuation der Besuche.

Beeindruckend sind die umfassenden E-Commerce-Berichte, die dem Benutzer erlauben, tief in spezifische Produkte einzusteigen und Umsatzinformationen einem Kreuzvergleich gegen Kampagnen, Suchmaschinen, Marken, Regionen und mehr zu unterziehen. Besonders interessant ist die Cross-Sell-Information, mit der das Marketing entscheiden kann, welche anderen Produkte einem Kunden, der gerade ein spezifisches Produkt gekauft hat, vielleicht vorgeschlagen werden sollten. Dies funktioniert durch Beobachtung der Produktaffinität. Etwa so, wie Amazon.de den Kunden sagt, »Kunden, die Produkt A gekauft haben, haben auch die Produkte D, F und M gekauft.«

Alle Anbieter außer Sane Solutions und Webtraffiq bieten eine Site-Overlay-Ansicht, welche die Seiten der Web-Site gemeinsam mit den neben den Links notierten Prozentsätzen der Besucher, die auf diese Links geklickt haben, anzeigt. Der Administrator sieht eine Zusammenfassung von Seiten-Trend- und Pfadinformationen sowie Konversionsanalysen der aktuellen Seite. Ein einmaliges Feature ist das Formular-Aufgabe-Overlay, das visuell die Felder eines Formulars zeigt, bei denen die Besucher aufgegeben haben. Administratoren können damit schnell Problemzonen identifizieren, die der Konversionsrate schaden.

Wer Websidestory-Daten in andere Applikationen integrieren möchte, wird den kraftvollen HBX-Report-Builder schätzen. Dieses Excel-Plugin kommt gemeinsam mit APIs für die Nutzung in eigenen Applikationen. Der HBX-Report-Builder enthält eine Assistentenschnittstelle für die Planung, Erzeugung und Aktualisierung von Berichten. Hineinziehen lassen sich gefilterte Daten aus jedem aktiven Segment.

 

 


Sane Solutions NetTracker On-Demand Service
Nettracker ist ein im Web-Analyse-Geschäft seit 1996 respektierter Name. Viele Jahre hat Sane ausschließlich die Nettracker-Software verkauft, aber heute könne Kunden zwischen Software und Sanes Dienst wählen. Der Anbieter macht es seinen Kunden leicht, zwischen beiden zu wechseln und dabei Profile sowie historische Daten zu übernehmen.

Wir luden Nettrackers Javascript-Datei auf den Server, fügten dem Web-Site-Header notwendigen Code hinzu und begannen, die Seiten mit Standardberichten zu beobachten. Weitere Modifikationen waren nicht notwendig.

Die Berichtschnittstelle ist visuell zwar nicht sehr ansprechend, aber in Sachen Flexibilität, Einfachheit und Zugriff auf Informationen durchaus wettbewerbsfähig. Besonders die dynamische Segmentierung ist leistungsstark und erlaubt dem Administrator, Berichte basierend auf einer beliebigen Kombination von Browser, Kampagne, Cookie, Inhaltsgruppe, Datum und Ähnlichem zu filtern. Der Administrator richtet einfach die gewünschten Filter ein, klickt auf »Run« und kann sofort den modifizierten Bericht betrachten.

Mit einem Mausklick lassen sich Filter über alle Berichte hinweg persistent machen. In der Voreinstellung speichert Nettracker historische Daten ein Jahr lang. In der gerade beschriebenen Art und Weise lassen sich die Daten virtuell uneingeschränkt aufteilen.

Keine Angst davor, Filter basierend auf unzähligen Parametern erzeugen und zuweisen zu müssen – Nettracker hat die dynamische Filterung mit seinem »Ask Nettracker«-Assistenten weiter vereinfacht, der eine Vielzahl vordefinierter Fragen in neun Kategorien enthält. Dabei handelt es sich um eine Art dynamische FAQ, die Filter automatisch einrichten und Berichte für häufig gestellte Fragen ausführen. Fragen kann der Administrator natürlich auch selbst definieren.

Nettracker kann Site-Informationen in andere Datenbanken und Applikationen integrieren. Sane bietet ein offenes Datenbankschema, das viele Kunden nutzen, um ihre Daten in eigenen Applikationen oder Berichten zu verarbeiten. Daneben bietet Nettracker Erweiterungen für andere Business-Intelligence-Werkzeuge, darunter die von Business Objects, Cognos und »MicroStrategy«.

Die Administration ist generell geradlinig, und einigermaßen erfahrene Benutzer müssen nur gelegentlich mal die Dokumentation zu Rate ziehen. Die Administrationsschnittstelle erlaubt die Erzeugung unterschiedlicher Rollen, denen eine angepasste Sammlung von Berichten zugeordnet werden kann – eine Fähigkeit, die sowohl unter Sicherheits- als auch Bequemlichkeitsaspekten nützlich ist. Bezahlt der Kunde dafür, dann bietet Nettracker eine monatliche Beratung, bei der sich ein Repräsentant des Unternehmens mit dem Kunden das System sowie die Berichte den Anforderungen des Kunden entsprechend konfiguriert.

Obwohl Nettracker leider keine Site-Overlay-Ansicht bietet, ist das Angebot von den Kosten her interessant. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der Profile, die der Kunde einrichten möchte. Ein Profil ist eine Sammlung von Konfigurationsoptionen, typischerweise verknüpft mit einer Web-Site.

WebTrends 7.1 Enterprise on Demand
Webtrends betreibt das Geschäft wie Nettracker schon einige Jahre und ist dabei zu einem umfassenden E-Commerce-Analysesystem gereift. Webtrends 7.1 ist als Produkt und als Dienst verfügbar.

Das Angebot ist vollständig, war aber am schwierigsten zu konfigurieren – der Administrator muss von der Berichtschnittstelle in die Administrationsschnittstelle wechseln, Berichtname, Kategorie und Titel eingeben, Suboptionen selektieren, eine »primäre Dimension« und optional eine »sekundäre Dimension« konfigurieren. Dann gilt es, zur Messungs-Seite zu wechseln, um eine oder mehrere Messungen aus einer Drop-Down-Liste zu selektieren, einen Spaltennamen einzugeben und festzulegen, ob eine Sortierung möglich sein soll. Ist das getan, sind möglicherweise noch Filter auszuwählen und dem Bericht zuzuordnen, bevor er endlich als benutzerdefinierter Bericht gespeichert werden kann. Schließlich ist noch das Profil zu editieren, um den benutzerdefinierten Bericht einzuschalten.

Webtrends hat über die Jahre hinweg seine Software erweitert und Features hinzugefügt, sich offensichtlich aber nicht die Zeit genommen, die Administrationsschnittstelle stromlinienförmiger zu gestalten. Viele Aufgaben, die mit anderen Produkten in einem Schritt erledigt sind, erfordern bei Webtrends mehrere.

Die Skalierbarkeit und Flexibilität der Software sind allerdings beeindruckend. Administratoren können sich hinunterklicken bis zu Suchmaschinen-Schlüsselwörtern (bezahlte und organische) und sich den »Return of Investment« für jedes Schlüsselwort ansehen. Gut ist auch das Screen-Overlay, das den Administrator in Echtzeit darüber informiert, wie Benutzer mit der Web-Site umgehen. Einmalig und nützlich ist die Möglichkeit, Lesezeichen für Berichte anlegen und mit anderen Usern gemeinsam nutzen zu können.

 


Versuche, Konversions-Funnels (Webtrends nennt sie Szenario-Analysen) zu implementieren, führten zu Frustration. Der Anbieter sagt, dass er im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern alle Besucher zähle, die ein Szenario berühren, darunter auch die, die vielleicht auf einer untergeordneten Ebene einsteigen und den Schritten nicht exakt folgen. Dies könnte allerdings auch eine Entschuldigung dafür sein, dass – wie es bei vielen On-Demand-Berichten – Szenarien nur vorwärts gehend eingerichtet und für Analysen historischer Daten nicht genutzt werden können. Der administrative Prozess war ebenfalls frustrierend. Um die Berichte zu sehen, ist so kompliziert vorzugehen, wie weiter oben schon beschrieben. Verglichen mit dem einfachen Drag-and-Drop bei Fireclick ist dies sehr – vorsichtig formuliert – erschreckend.

Positiv zu vermerken ist, dass sich Webtrends in Datenbanken integriert und Berichte zu Excel exportiert. Statt einfach nur Daten in einer Excel-Tabelle zu generieren, produziert Webtrend auch eine Access-Datenbank, in der sich die Daten auf vielfältigen Wegen verarbeiten und betrachten lassen. Die Datenbank kann auch mit anderen Datenquellen verbunden werden, um konsolidierte Abfragen auszuführen.

Das professionelle Serviceteam von Webtrends gefiel. Es stellte sicher, dass die Software korrekt und effizient eingerichtet war. Webtrends offeriert auch professionelle Hilfe für die Analyse und gibt Empfehlungen anhand der in den Berichten gefundenen Informationen. Natürlich kostet das extra, ist aber bei fehlendem Inhouse-Know-how vielleicht eine gute Investition

 


Fireclick Warehouse Suite 5.0.4
Wie einfach die Installation der Warehouse-Suite ist, lässt sich schon anhand der gerade zwölf Seiten umfassenden Implementationsbeschreibung erahnen – und auf diesen paar Seiten wird alles behandelt, angefangen bei einer Einführung in E-Commerce, über Produkt-Tags bis hin zu Warenkörben und Segmentierung. Anders als andere Anbieter offeriert Fireclick ausschließlich Dienstleistung.

Sämtliche Website-Informationen werden so lange in einem sicheren Warenhaus gespeichert. wie das Konto existiert. Die Nützlichkeit sei angesichts der sich schnell ändernden Natur des Webs in Frage gestellt, aber Fireclick schlägt hier eindeutig Rivalen, die Tracking-Daten typischerweise nur ein bis zwei Jahre lang speichern. Die größtenteils in Macromedia-Flash implementierte Berichtschnittstelle war unter den getesteten Diensten die beste auf Browser basierende Schnittstelle. Ein Beispiel für die Bedienerfreundlichkeit der Warhouse-Suite ist das Pfad-Analyse-Feature, das dem Administrator erlaubt, benutzerdefinierte Funnels von jeder Seite der Site »im Flug« zu erzeugen, indem er die Pfade lediglich mit der Maus in die gewünschte Reihenfolge zieht. Beim Testen dieser Funktion aktualisierte die Warhouse-Suite dynamisch Besuchsstatistiken sowie die Liste der von uns entworfenen Einstiegs- und Ausgangsseiten des Funnels.

Die Schnittstelle glänzte auch beim Design benutzerdefinierter Berichte. Diese lassen sich durch Klicks auf das Report-Builder-Icon und anschließender Auswahl der gewünschten Dimensionen und Maße erzeugen. Vom Konzept her ähnelt dies dem Custom-Bericht-Feature von Webtrends, aber ein direkter Vergleich der beiden Konkurrenten zeigt, wie weit eine Schnittstelle gehen kann, die Dinge selbst erklärend zu machen, oder die Benutzer zu verwirren. Die Warhouse-Suite ordnete Dimensionen automatisch an, um zu zeigen, wie sie im endgültigen Bericht gruppiert sein werden. Wer nicht weiß, was Dimensionen und Maße sind: Der Prozess, diese Dinge auszuwählen, verschafft einen gute Eindruck davon, wie der fertige Bericht aussehen wird.

 


Wir erzeugten einen benutzerdefinierten Bericht, um uns die durchschnittliche Sitzungsdauer je nach verweisender Domäne, geographischem Gebiet und Stadt anzeigen zu lassen. Sofort konnten wir erkennen, dass es zwar keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gebieten gab, aber Besucher, die von bestimmten Verweisern kamen, bemerkenswert mehr Zeit auf der SU-Athletics-Site verbrachten. Um so eine Sache weiter zu erforschen, reicht ein Klick auf die Option »Examine Segment in New Tab«. Diese Aktion erzeugt sofort ein dynamisches Segment, das sich für andere Berichte mit nach ausgewählten Kriterien gefilterten Daten nutzen lässt.

Ein nützliches und in diesem Testfeld nur von Fireclick offeriertes Werkzeug ist der Index-Dienst. Die Idee dazu kam nach 9/11, als viele Kunden von Fireclick deutlich reduzierte Besucherzahlen feststellten und den Dienstleister fragten, ob andere Web-Site ähnliche Probleme hätten. Fireclick-Kunden tragen nach Auswahl ihres Industriesegments ihre Web-Site-Informationen anonym im Index ein. Das erzeugt eine Benchmark, auf die alle Kunden dieses Segments zurückgreifen können. Der Index ist nicht vollständig, aber er wächst. Fireclick fügt ein neues Industriesegment hinzu, sobald das Unternehmen mindestens 10 Kunden aus diesem Markt hat.

Weitere beeindruckende Features umfassen den Excel-Report-Builder und XML-APIs für den Zugriff auf Site-Daten und Berichte – beide Dinge lassen sich in eigene Applikationen oder Dritthersteller-Produkte integrieren. Fireclick stellt einen Mitarbeiter zur Verfügung, der beim Setup der Web-Site hilft und Trainings-Sitzungen durchführt. Möglich sind ferner Online-Webinars.

Ein Schwachpunkt ist das Site-Explorer-Werkzeug der Warehouse-Suite. Dabei handelt es sich um ein Internet-Explorer-Plugin, das die Site-Overlay-Ansicht liefert. Das Werkzeug besitzt aber nur sehr grundlegende Funktionalität. Falls Fireclick diese verbessert, kann der Dienst ein Glanzstück der Web-Analyse-Industrie werden.

Urchin On Demand
Urchin bietet sowohl einen »On Demand«-Dienst als auch herunterladbare Software. Urchin 6.0 ist allerdings für den On-Demand-Dienst reserviert. Im Mai wurde Urchin von Google gekauft. Ein unmittelbares Resultat war eine Preisreduzierung für den On-Demand-Dienst von 495 auf 199 Dollar pro Monat.

Das Unternehmen ist gut dafür positioniert, kleinere Organisationen zu bedienen, die sich nach preisgünstiger Web-Analyse umschauen. Urchin bietet nicht die Unterstützung, die viele große Unternehmen verlangen, aber über den Preis kann sich niemand beklagen.

Hat der Administrator seinen Web-Seiten erst einmal den Javascript-Code hinzugefügt, läuft die Sache. Urchin unterteilt Berichte in vier Gebiete: Performance-Zusammenfassungen, Marketing- und Inhaltsoptimierung sowie E-Commerce-Analyse. Unter den Marketingberichten befindet sich neben den erwarteten Besucherbeobachtungs-, Segmentierungs- und Kampagnenberichten ein recht vollständiger Suchmaschinen-Marketing-Abschnitt, in dem sich der Administrator die Performance bezahlter Schlüsselwörter ansehen kann. Diese lassen sich außerdem mit organischen Schlüsselwörtern vergleichen, mit denen die Site auf natürliche Art und Weise in den Suchresultaten erscheint. Neben der Anzeige von Konversionsraten für unterschiedliche Schlüsselwörter geht Urchin sogar so weit, die Effizienz der Schlüsselwörter je Tageszeit aufzulisten und Schlüsselwörter zum Kauf vorzuschlagen.

Inhaltsoptimierungsberichte enthalten Informationen über Werbeerfolg, Top-Seiten, Navigationsanalysen, Konversion-Funnels und technische Statistiken. Urchins Site-Overlay-Ansicht benötigt kein Plugin. Die Seite wird vielmehr über einen Proxy-Server geladen, welcher ihr ein wenig Javascript hinzufügt. Diese Methode macht die Schnittstelle zwar portabler, sie könnte aber verbessert werden. Beispielsweise werden die Informationen in der Standardeinstellung als Leiste mit rohen Klicks und solchen, die zur Konversion führten, angezeigt. Um exakte numerische Werte zu sehen, muss der Betrachter aber auf die Leiste klicken.

Urchin hat tiefreichende E-Commerce-Analysen im Softwareangebot, beispielsweise die Nutzung der von Warenkorb-Software generierten E-Commerce-Logdateien. Neben benutzerdefinierten Formaten unterstützt der Dienst ELF- und ELF2-Formate. Falls ein Warenkorb keine Logdateien generiert oder Urchins Analyse-Dienst genutzt wird, ist der Seiten-Code zu modifizieren und ein verstecktes Formular zur Sammlung der Verkaufsinformationen hinzuzufügen. Die E-Commerce-Berichte zeigen die Umsätze pro Suchmaschine, Produktkategorie, Besuchersegment und mehr. Segmente lassen sich nur erzeugen, indem das Javascript modifiziert wird, das die Seiten kennzeichnet. Das ist zwar einfach, verhindert aber, ein Segment zuvor gesammelten Daten zuzuweisen.

 


Clicktracks Professional 5.5
Clicktracks bietet einen interessanten Dienst, der sich signifikant von denen anderer Anbieter unterscheidet. Sie verfolgt die Philosophie, dass Seiten-Code niemals modifiziert, sondern lediglich das Javascript hinzugefügt werden sollte. Das machte die Clicktracks-Installation sehr einfach und geradlinig.

Beim ersten Anmelden am Clicktracks-Konto ist noch keine Berichtschnittstelle vorhanden. Um sich Berichte anzusehen, muss der Anwender erst Clicktracks' Viewer herunterladen und installieren. Das macht es zwar komplizierter, Berichte auf einer beliebigen Maschine zu betrachten, hat aber den Vorteil, dass die Rechnerei auf der lokalen Maschine erfolgt, was größere Flexibilität bei der Datenanalyse bietet. Und wie unterscheidet sich dies nun von einem auf Software basierenden Analyseprodukt?

Die Antwort: Clicktracks arbeitet mit einem verteilten Modell. Die Daten werden auf dem Server gesammelt und gepackt, und der Clicktracks-Client lädt sie herunter, bereit zur Verarbeitung auf vielen Wegen.

In der Berichtschnittstelle sind gerade fünf Berichte zu finden. Das lässt Clicktracks gegenüber der Konkurrenz ein wenig schwach erscheinen, aber dieser Eindruck täuscht. Der geringen Anzahl liegt die Design-Philosopie zu Grunde, die Dinge so einfach wie möglich zu halten. Viel besser als die teureren Konkurrenten erzeugt Clicktracks automatisch Besuchersegmente, nachdem Daten gesammelt wurden. Der Administrator kann sich dann das Verhalten dieser Benutzer über die Site hinweg ansehen.

Im Test konnten wir beispielsweise sehen, wie sich das Verhalten von Audio-Streaming-Abonnenten von dem der anderen Benutzer unterscheidet, indem wir allen, die sich im Audio-Streaming-Segment angemeldet hatten, ein Label hinzufügten. Dieses Label verteilte sich über alle Berichte einschließlich der Overlay-Ansicht und erlaubte Vergleiche mit anderen, ähnlich erzeugten Segmenten. Label lassen sich für fast jedes Stück Information erzeugen, darunter Einstiegsseiten, Suchschlüsselwörter, Besuchsdauer und Cookie-Werte. Für grenzenlose Segmentierung lassen sie sich über boolsche Operatoren auch kombinieren.

Zu den verfügbaren Berichten gehört der Suchbericht, der eine Liste der vom Besucher verwendeten Schlüsselwörter enthält. Der Navigationsbericht bietet eine Pfadanalyse- und eine Overlay-Ansicht der Site. Der Site-Übersicht-Bericht liefert eine Zusammenfassung der Besucherinformationen nach Besuchsdauer, geographischem Gebiet, Top-Einstiegsseite, Verweiser und mehr. Im »What's Changed«-Bericht bietet Clicktracks eine Liste steigender und fallender Werte unter den Überschriften Besucheranzahl, Suchschlüsselwörter, Verweiser, Kampagnen, Einstiegsseiten, besuchte Seiten und Länder. Der Liste liegt ein Vergleich zweier ausgewählter Datumsbereiche zugrunde.

Clicktracks führt zwar grundlegende Umsatzverfolgung und Merchandising durch, aber die Label-Methode skaliert nicht gut für eine Web-Site mit Hunderten von Produkten. Deshalb lässt sich Clicktracks kaum mit fortgeschrittenen Angeboten der Enterprise-Klasse vergleichen. Während ein Export von Berichten ins Excel- oder PDF-Format möglich ist, fehlt das Excel-Plugin, das viele andere Anbieter liefern.

 


WebtraffIQ
Webtraffiq für die Beobachtung einer Site einzurichten ist einfach genug, sofern man das Code-Installer-Programm mit seinen 10 Schritten ignoriert und direkt zur schnelleren und einfacheren Option 2 greift, die ein manuelles Einfügen des Javascripts in die Footer-Datei erfordert. Um fair zu sein: Das Installer-Programm von Webtraffiq ist wirklich nützlich für Sites, die ausschließlich aus statischen HTML-Seiten bestehen. Webtraffiq arbeitet mit Web-Hosting-Providern und Wiederverkäufern zusammen, über die kleinere Web-Sites diesen Dienst nutzen können.

Er bietet all die grundlegenden Berichte, die man von einem Web-Analyse-Dienst erwartet, aber einige fortgeschrittene Optionen fehlen. Eine Overlay-Ansicht ist nicht vorhanden, obwohl dies der intuitivste Weg ist herauszufinden, wie Benutzer mit einer Seite umgehen. Enthalten ist eine Seitennavigations-Ansicht, die ein Java-Applet nutzt, um Seiten als Knoten und Site-Verkehr als Pfeile zwischen den Knoten darzustellen. Die relative Popularität eines Knotens lässt sich anhand seiner Größe und die Menge des Verkehrs auf Grund der Linienstärke bestimmen. Der Administrator erhält damit einen interessanten Schnappschuss, der jedoch schnell unübersichtlich werden kann. Oft wird er die aktuellen Daten wohl in der Tabelle darunter ablesen.

Webtraffiq kann keine benutzerdefinierten Konversions-Funnels einrichten. Das gesamte Commerce-Berichtswesen stützt sich auf die Auswahl einer Liste von E-Commerce-Seiten, typischerweise die letzte Seite des Checkout-Prozesses. Jeden Besuch einer solchen Seite wertet Webtraffiq als Verkauf – leider bringt dies weder Umsatzhöhen noch Produkte in die Berichte. Die Commerce-Pfad-Analyse kommt einem Konversions-Funnel am nächsten. Sie bietet Navigationsinformationen für alle Pfade, die bis zum Erreichen der E-Commerce-Seiten eingeschlagen wurden.

Zum Punkt Besuchersegmentierung: Webtraffiq erlaubt es, dynamische Abfragen unter Verwendung einer Kombination von Land, Stadt, Hostname, Verweiser, Suchausdruck und Page-Views auszuführen. Dies öffnet eine Liste aller Besuche und Page-Views, die den ausgewählten Kriterien entsprechen. Wer beispielsweise eine Web-Site »Heuhaufen« betreibt, könnte damit die Besucher aus Lüdenscheid finden, die bei einer Google-Suche nach »Stecknadel« auf dieser Site gelandet sind. Einen Schritt weiter kann der Administrator dann die Surfing-Historie eines bestimmten Besuchers der Site betrachten, und beobachten, ob dieser Besucher die Site an nachfolgenden Tagen erneut aufsucht. Diese Segmente lassen sich aber auf keinen der anderen Berichte anwenden, was es unmöglich macht, die bevorzugten Seiten der Besucher aus Lüdenscheid zu bestimmen.

Webtraffiq erlaubt es, Klicks aus Werbung und E-Mail zu verfolgen, um Berichte über die Kosten pro Klick zu erhalten. Um dies zu tun, ist allerdings eine Redirect-Seite auf dem Webtraffiq-Server mit einer dem Abfrage-String hinzugefügten, eindeutigen ID zu nutzen.

Der Dienst ist unter den getesteten insgesamt der schwächste und das Preismodell am unhandlichsten. Die Kunden werden gedrängt, neben einer Unternehmenslizenz ein angepasstes Setup zu kaufen, außerdem zusätzliches Training, das ein paar weitere Tausender kosten kann.

 


Fazit
Für Organisationen, die genügend eigenes Fachwissen besitzen und deshalb nicht so viel professionelle Dienste in Anspruch nehmen müssen, sind Fireclick und Clicktracks gute Lösungen. Beide erzielten hohe Punktzahlen bei der Bedienungsfreundlichkeit. Fireclicks' Warehouse ist sehr flexible und anpassbar, während Clicktracks ohne Modifikation des Seiten-Codes auskommt – lediglich Javascript ist einzufügen. Clicktracks zielt eher auf kleine und mittelgroße Unternehmen. Der Dienst ist sehr gut entworfen und für seinen geringen Preis (der zweitniedrigste im Test) sehr leistungsfähig. Urchin sitzt im gleichen Boot: Das Angebot besitzt einige einmalige Features und ist leicht zu benutzen, aber es fehlt professionelle Unterstützung, und das Preismodell ist für große Unternehmen weniger gut geeignet.

Die rote Laterne trägt Webtraffiq. Fehlende dynamische Segmentierung und mangelhafte Anpassungsfähigkeiten machten dieses Angebot zum schwächsten Dienst in diesem Test. Außerdem ist Webtraffiq einer der teuersten Dienste.

Die Auszeichnung »Referenz« geht an Websidestorys HBX-On-Demand-Web-Analytics 2.5. Der Dienst schlug Sane Solutions' Nettracker-On-Demand-Dienst knapp. Nettracker besitzt zwar einige einmalige und interessante Fähigkeiten, aber HBX-On-Demand bietet beeindruckend flexible E-Commerce-Analysen und professionelle Dienste – wie es sich für eine ordentliche Detektei gehört.

dj@networkcomputing.de

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