Server-Systeme müssen heute möglichst effizient eingesetzt werden, um den Unternehmenserfolg sicherstellen zu können. Virtualisierung, Automatisierung und Integration lauten drei Grundprinzipien, die es in der Praxis umzusetzen gilt.
|
Data Center sind längst wieder salonfähig geworden. Statt der alten, omnipotenten »EDV-Zentren« sind heute jedoch konsolidierte Service-Center mit flexibler Infrastruktur und einem professionellen, kostenoptimierten Warenkorb gefragt. Die reine Zentralisierung bestehender, suboptimaler Strukturen kann dafür nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Denn schließlich stehen neue Technologien bereit, die Server und Spei-cher als wesentlich universellere Ressourcen nutzen können. Beispielsweise ermöglicht die wachsende Netzbandbreite den Einsatz der aus der Wissenschaft stammenden Grid-Technologien für Business-Anwendungen. Die umfassenden Möglichkeiten zur Virtualisierung von Speichern und Servern erlauben eine wesentlich bessere Auslastung – vorausgesetzt, ihre Verwaltung stimmt. Die Leistung von Servern und Storage-Lösungen ist weiterhin ein wichtiges Differenzierungsmerkmal. Jenseits von Preis-Leistungsverhältnissen und Performance-Rankings zählt sie jedoch nur insoweit, als sie zum Erreichen der Geschäftsziele relevant ist. Denn die IT wird zunehmend als integraler Bestandteil von Geschäftsprozessen gesehen. Wie Personal- oder Fertigungskapazitäten sollte sie möglichst optimal ausgelastet sein und keine unnötigen Überkapazitäten brach liegen lassen. Die Realität sieht heute jedoch noch anders aus. Nach einer Untersuchung der Marktforscher von der Meta Group werden 80 Prozent der installierten Server heute im Schnitt mit einem Auslastungsgrad von nur 20 Prozent und weniger betrieben – eine gewaltige Verschwendung, möchte man meinen. Der Grund: Die Zuordnung von Anwendungen zu Servern ist häufig starr gelöst und nur mit großem Aufwand zu ändern. Viele Server sind beispielsweise so ausgelegt, dass sie auch Spitzenlasten vertragen – und dafür in anderen Zeiten völlig überdimensioniert sind. Ändern lässt sich diese Situation nur durch Konzepte, mit denen sich die Aufgaben schnell und bedarfsorientiert auf die vorhandenen Server-Ressourcen verteilen lassen. Für die Entwicklung besserer, kosteneffizienter IT-Infrastrukturen spielen die Flexibilität und dynamische Anpassungsfähigkeit während des laufenden Betriebs eine immer größere Rolle. Fujitsu Siemens Computers hat deshalb die »TRIOLE«-Strategie ins Leben gerufen, mit der die Effizienz, Flexibilität und Kontinuität von IT-Infrastrukturen für Unternehmensanwendungen optimiert werden. Im Zentrum stehen die drei Grundprinzipien: »Virtualisierung«, »Automatisierung« und »Integration«, die beispielsweise bei der Blade-Technologie bereits in die Praxis umgesetzt sind. In Data-Centern herrscht heute die N-Tier-Architektur vor: Am Front-End arbeiten Web- oder Terminalserver, Anwendungen laufen auf meist fest zugewiesenen Applikationsservern und das Back-End liefert die nötigen Datenbankservices. Dahinter versorgt der Storage-Tier sämtliche Server mit Speicherplatz. Jede Schicht bildet dedizierte Ressourcen, die vorkonfiguriert und fest zugeordnet sind. Dies führt zu niedriger Ausnutzung sowie einem intensiven und aufwändigen Management. In einer dynami-schen Service-Architektur sind die Ressourcen hingegen gemeinsam nutzbar. Dadurch kann sich die Infrastruktur nach bestimmten Regeln an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Dies sorgt für eine bessere Auslastung und nicht zuletzt für ein optimiertes Investment. Damit diese Vision Wirklichkeit wird, müssen sich die Server- und Speicherkapazitäten den einzelnen Verbrauchern frei zuweisen lassen und als universeller Ressourcenpool zur Verfügung stehen. Zudem sollte dieser Vorgang möglichst schnell und automatisiert ablaufen. Ein Weg dahin ist die Virtualisierung von Anwendungen, Speichern und Servern, wie sie etwa im »FlexFrame for mySAPTM« Business-Suite-Konzept von Fujitsu Siemens Computers realisiert ist. Die logische Umgebung einer Anwendung wie SAP bleibt dabei vollständig bestehen, nur die Zuordnung zu bestimmten Servern entfällt. Serverleistung virtualisiert Wie viel Leistung ist genug? Wie vermeidet man Engpässe auf Grund dynamischer Marktveränderungen? Wie verteilt man die Aufgaben so auf die IT, dass sie möglichst gut ausgelastet ist? Die Antwort auf diese und ähnliche Fragen haben die Entwicklung universeller Serverkonzepte wie der Blade-Technologie vorangetrieben. Die Idee dahinter: die Rechenleistung steckt in vielen gleichen und standardisierten Bausteinen – den Blades – und wird je nach Bedarf von einer intelligenten Managementsoftware den einzelnen Aufgaben zugewiesen. Man spricht hier von einer Virtualisierung von Anwendungen und Ressourcen. Denn in der Praxis ist es unbedeutend, auf welchen und wie vielen Servern eine Anwendung abläuft – Hauptsache, sie erfüllt ihre Aufgabe. Die Ressourcen stellen einen gemeinsamen, virtuellen Pool dar, dessen Details für die Anwendung keine Rolle mehr spielen. So können beispielsweise auf einem leistungsfähigen Server durch virtuelle Maschinenkonzepte auch mehrere Betriebssysteme oder Anwendungen gleichzeitig und völlig isoliert voneinander ablaufen – eine Technik, die sich bei Großrechnern und Unix-Servern schon länger bewährt hat. Betrieb einfach und sicher gemacht Ein wesentlicher Eckpfeiler für den Erfolg der Blade-Server ist ihre hoch entwickelte Verwaltungssoftware. Denn anstatt manuell alle Konfigurationsdetails zu überwachen oder zu ändern, kann der Administrator beispielsweise mit der »ServerView Suite« den gesamten Pool verwalten. Mit Lösungen wie dem neuen »Adaptive Services Control Center« (ASCC) von Fujitsu Siemens kann der Administrator sogar Regeln festlegen, nach denen der Pool sich in weiten Grenzen selbst verwaltet. Wird beispielsweise für den Monatsabschluss mehr Leistung benötigt, so stellt das Management automatisch mehr Blades zur Verfügung. Zu einem anderen Zeitpunkt – etwa während einer Werbeaktion – können die gleichen Blades helfen, den Kundenansturm auf den Webshops des Unternehmens zu bewältigen. Da in der Verwaltungslogik fehlerhafte Blades oder Prozesse erkannt werden, verbessert sich auch die Verfügbarkeit. Zudem sind Blade-Systeme so ausgelegt, dass kein Single-Point-of-Failure existiert. Sie stürzen also nicht ab, wenn einmal ein Bauteil defekt sein sollte. Die generelle Hot-Plug-Fähigkeit erlaubt auch eine Reparatur oder den Aus- und Einbau von Blades oder Netzteilen sowie Lüftern im laufenden Betrieb. Dies alles dient dem Ziel, eine möglichst hohe Kontinuität der Geschäftsprozesse sicher zu stellen. Auch das Speicherkonzept der Blade-Technologie ist diesem Ziel angepasst. Der Storage-Pool fasst die vorhandenen Kapazitäten zusammen und stellt sie über standardisierte Schnittstellen wie Ethernet oder Fibre-Channel den Blade-Servern zur Verfügung. Die speichertypischen Aufgaben, wie Spiegelung oder Backup und Restore, werden innerhalb des Storage-Pools erledigt, ohne die Blade-Server damit zu belasten. Aus Sicht der Blade-Server entsteht so ein stets verfügbarer, virtualisierter Speicher. Flexibel skalierbar, um mit dem rasanten Datenwachstum mithalten zu können, hochverfügbar und wirtschaftlich soll auch die Storage-Landschaft sein – und darüber hinaus noch einfach zu verwalten. Angesichts ungebremster Wachstumsraten der Daten gewinnt die intelligente Datenspeicherung zunehmend an Bedeutung – denn lediglich immer mehr Speicherplatz zu kaufen ist nicht ausreichend. Intelligente Technologien und professionelle Services müssen vielmehr dafür sorgen, dass trotz wachsender Komplexität Betriebskosten und Service-Qualität stimmen. Der nächste logische Schritt zu einer konsolidierten Storage-Landschaft ist daher die Virtualisierung des Speichers. Hierbei werden logische, von den physikalischen Gegebenheiten unabhängige Speicherbereiche eingerichtet. Durch diese Trennung der logischen von der physikalischen Sicht brauchen sich die angeschlossenen Server nicht mehr um die Eigenheiten der verschiedenen physikalischen Storage-Geräte und -Medien zu kümmern. »Storage-goes-Software« ist der interessanteste Trend im Speichermarkt. Dies bestätigt auch eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IDC, wonach der weltweite Storage-Software-Markt allein im ersten Quartal 2004 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gewachsen ist. Der Grund ist offensichtlich: Die Speichermanagementsoftware erzeugt den Mehrwert, den das Unternehmen honoriert. Gefragt sind beispielsweise Ansätze, die den Aufbau eines Recovery-Zentrums in großer Distanz ermöglichen. Dafür haben EMC und Fujitsu Siemens eine Lösung für die Katastrophensicherung über große Distanzen entwickelt: Die EMC-Software »SRDF/Asynchronous Remote Replication« für die Datenspiegelung arbeitet hierfür Hand in Hand mit der »PRIMECLUSTER«-Produktsuite für hohe Verfügbarkeit von Fujitsu Siemens. Mit dieser Kombination haben die beiden Unternehmen den Ausfall und die Wiederherstellung einer SAP-Datenbank zwischen zwei Rechenzentren in den USA und Irland erfolgreich demonstriert. Innerhalb von nur vier Minuten und 35 Sekunden nach dem Ausfall der Datenbank liefen die SAP-Anwendungen zuverlässig in einem 3000 Meilen entfernten Recovery-Zentrum auf der anderen Seite des Atlantiks. So können Unternehmen ihren Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten – selbst wenn ein komplettes Rechenzentrum im Unternehmensverbund ausfällt. Blades voll im Trend Blades sind die derzeit höchste Evolutionsstufe von Standard-Servern auf Intel-Basis. Ihre bessere Wirtschaftlichkeit macht sie zu idealen Plattformen für die Konsolidierung von Anwendungen und Rechenzentren. Blades sind eines der Schlüsselelemente in Strategien wie der Triole-Strategie von Fujitsu Siemens. Das Ergebnis ist für die Anwender bereits heute greifbar: eine deutlich verbesserte Wirtschaftlichkeit. Der hohe Automatisierungsgrad sorgt beispielsweise dafür, dass möglichst keine Kosten für Stillstandzeiten anfallen und das Personal von Routineaufgaben entlastet wird. Im Schnitt gehen die Analysten davon aus, dass die Administrationskosten von Blades gegenüber herkömmlichen Systemen etwa um 50 Prozent sinken. Die Analysten sagen für Blade-Server deshalb ein gewaltiges Marktwachstum voraus. Peter Averkamp, freier Journalist | ||||
Die aktuellen Tipps der Redaktion
Egal welche Art von Software Sie suchen:
Im SoftwareGuide der Network Computing finden Sie detaillierte Informationen und
direkte Downloadmöglichkeiten zu mehr als 7500 Softwarelösungen von über 5200 Herstellern.
© 2008 Network Computing. All rights reserved. Für den Inhalt der Leserkommentare kann CMP-WEKA Verlag GmbH & Co. KG keine Haftung übernehmen.
Jede Haftung ist ausgeschlossen.