Die Lösungen der »Classic Line« von Sage laufen künftig auf der Linux-Plattform von Collax.
Der ERP-Software-Hersteller Sage forciert seine Open-Source-Strategie: Die Produkte der »Classic Line« laufen künftig nicht mehr nur auf der Windows-Plattform, sondern auch auf dem Linux-System des Münchner Anbieters Collax.
Die »Classic Line« unterstützt Linux als Betriebssystem prinzipiell schon seit Juli 2006, als der Hersteller eine Neuversion auf den Markt brachte. Tatsächlich war der Betrieb aber nur mit Einschränkungen möglich. Künftig steht der Collax Business Server als vollwertige alternative Plattform bereit.
Mit der Option für Open Source will Sage die Abhängigkeit von Microsoft lockern. Denn seit der größte Software-Hersteller der Welt vor fünf Jahren Navision übernommen hat, konkurriert er zunehmend mit unabhängigen Software-Häusern (ISVs) aus dem ERP-Segment.
Für Collax als Plattform-Anbieter, der momentan auf breiter Front um ISV-Partner wirbt, ergibt sich daraus wiederum die Chance zur Kooperation mit dem britischen Anbieter.
»Sage ist in Europa der größte ISV, der für den Mittelstand und damit auch für die von uns adressierte Zielgruppe relevant ist«, betont Bertram Mandel, Vice President Sales bei Collax. Von der Zusammenarbeit mit dem ERP-Hersteller verspricht sich der Manager daher eine deutliche Signalwirkung.
Freilich zog Sage bei der Suche nach Windows-Alternativen auch andere Optionen aus dem Open-Source-Lager in Betracht. Für Collax dürfte den Ausschlag gegeben haben, dass die Lösung gegenüber den Linux-Distributionen von Red Hat und Novell (Suse) weniger komplex ist und sich leichter administrieren lässt.
Die Plattform eignet sich daher in erster Linie für kleine Unternehmen. Sage zielt mit der »Classic Line«, die für Betriebe mit bis zu 50 ERP-Arbeitsplätzen konzipiert ist, auf das gleiche Marktsegment.
Collax wurde vor knapp zwei Jahren in Ismaning bei München gegründet. Das Startup übernahm seinerzeit die »Ben Hur«-Lösungen des Freiburger Herstellers Pyramid und entwickelte sie weiter.
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