Home » Netzwerk » Sicherheit
03.07.2009

Angriff nur theoretisch möglich:
Entwarnung: AES ist derzeit nicht gefährdet

von Werner Veith

Zwei Forscher der Universität von Luxemburg haben zwei erfolgreiche Angriffe auf AES entwickelt. Dadurch ist keine Brute-Force-Attacke mehr notwendig, um einen Schlüssel zu knacken. Trotzdem übersteigt der Aufwand die heute mögliche Rechenkapazität um ein Weites.

Nichts ist schlechter ein Verschlüsselungsverfahren, das sich knacken lässt. Solches ist bei dem Verfahren WEP (Wired-Equivalent-Privacy) für Funknetze geschehen, weil Kryptografie-Design schlecht war. Dieses ist bei AES sicher nicht der Fall. Aber gerade deshalb sind Forscher dabei, Verfahren zu finden, den AES-Schlüssel zu knacken. So lange es ihnen nicht gelingt, kann das Verfahren als sicher gelten. Jetzt haben allerdings die Wissenschaftler Alex Biryukov und Dmitry Khovratovich von der Universität von Luxemburg einen erfolgreichen Angriff auf AES mit 256 Bit und mit 192 Bit entwickelt.

Die Angriffe auf AES von Alex Biryukov und Dmitry Khovratovich von der Universität von Luxemburg sind nur theoretisch möglich. Das Verfahrenbleibt weiter sicher. (Quelle: Pixelio, Knipsermann)

Allerdings sei dies derzeit nur theoretisch möglich, geben die Forscher Entwarnung. Diesem stimmt auch der Kryptografie-Experte Bruce Schneier zu. Für ihn hat dies allerdings Auswirkungen auf die Suche nach einem Nachfolger für die bestehenden Hash-Algorithmen. Unter dem Nahmen SHA-3 will das NIST (National-Institute-of-Standards-and-Technology) dann einen Ersatz für die SHA-Hash-Familie einführen.

Mit den erfolgreichen Verfahren ist der Aufwand immerhin deutlich geringer als bei einer Brute-Force-Attacke. Dabei probiert der Angreifer alle möglichen Kombinationen durch. Auch bei AES ist dies eben derzeit mit der vorhandenen Rechenleistung nicht möglich. Allerdings sind die Forscher der Ansicht, dass ihre Ergebnisse in das Design von so genannten Key-Scheduler einfließen sollten. Diese sind Bestandteil von Blockverschlüsselungsverfahren wie dem AES.

Beide Attacken auf AES-182-Bit und -256-Bit arbeiten mit der vollen Verschlüsselung. Sie bauen auf so genannten Bumerang-Angriffen auf. Diese basieren unter anderem darauf, dass es in Blockverschlüsselungseinheiten zu lokalen Kollisionen kommt. Dabei führt die Verschlüsselung von verschiedenen Elementen zu dem gleichen Ergebnis. Weiter kommt Bumerang-Switching zum Einsatz.

» Tipp der Redaktion

Bild zu "Windows-Server: Paketverluste bei virtuellen Maschinen vermeiden"

Windows-Server: Paketverluste bei virtuellen Maschinen vermeiden

Bei virtuellen Maschinen (VMs) mit Windows-Server-2008 R2 kann es unter bestimmten Umständen zu Paketverlusten kommen. Erhöht der Administrator den Netzwerk-Puffer der einzelnen VMs lässt sich dies vermeiden.

Bild zu "Kostenloser Leitfaden »Betriebssichere Rechenzentren«"

Kostenloser Leitfaden »Betriebssichere Rechenzentren«

Einen Überblick über die technischen und gesetzlichen Anforderungen, die Datacenter erfüllen müssen, gibt ein kostenloser Leitfaden des Bitkom. Die Broschüre kann kostenlos von der Web-Seite des Verbandes heruntergeladen werden.

» Top-Stories der Woche

Bild zu "Musik von Pink Floyd darf nicht in Häppchen zum Download angeboten werden"

Musik von Pink Floyd darf nicht in Häppchen zum Download angeboten werden

Einen Sieg über den schnöden Kommerz – und das Internet-Zeitalter – hat die Musikgruppe Pink Floyd erzielt. Sie erwirkten ein Urteil gegen den Musikkonzern EMI. Dieser darf die Platten und CDs der Band jetzt nur als Ganzes zum Download anbieten, nicht mehr einzelne Titel.

Bild zu "Amazon-Cloud als günstige Alternative zu Dienstleistern"

Amazon-Cloud als günstige Alternative zu Dienstleistern

Kann die Cloud Dienstleister wirklich ersetzen? Benchmarking-Spezialist Metri hat sich die Angebote von Amazon genauer angeschaut und mit klassischen IT-Dienstleistern verglichen. Das überraschend deutliche Fazit: »Amazon ist eine kostengünstige Alternative – zumindest für Entwicklungs- und Testzwecke«.

» Meistgelesene News

Bild zu "Die 5 größten Datenschutz-Lügen"

Die 5 größten Datenschutz-Lügen

Verstärkt durch einen Wandel in der IT (z.B. Cloud Computing) und das neue Datenschutzgesetz werden Daten zu einem der wichtigsten und wertvollsten Vermögensgüter in Unternehmen. Eine überholte Auffassung von Datenschutz verhindert jedoch oft noch den gewünschten Erfolg entsprechender Maßnahmen.

Bild zu "Es geht doch: Windows 7 RC auf Vollversion updaten"

Es geht doch: Windows 7 RC auf Vollversion updaten

Eigentlich muss der Nutzer beim Wechsel vom Release-Candidate zur finalen Version eine Neuinstallation vornehmen. Aber es gibt einen Trick von Microsoft, damit ein Upgrade doch funktioniert. Network Computing hat es ausprobiert.

» Preisvergleich Top 5

» Network-Computing-Tests

Zwei Netbooks im Praxistest

Spielzeug oder Arbeitswerkzeug? Das Asus EeePC 901 und Samsungs NC 10 im Büroalltag

Universal Desktops von Igel

Die neue Thin-Client-Familie von Igel macht IT einfach.

Test: Paessler siegt im Streit der Network-Monitoring-Produkte

Mit einer Empfehlung der NWC-Redaktion kann sich Paesslers PRTG Network Monitor 7.2 schmücken. Die Netzwerk-Monitoring-Software distanzierte drei Konkurrenten.