Viren als Bandenwaffen:
Internet-Kriege zwischen Cybergangs kommen
Der Kampf um die Gewinne aus Phishing und andere kriminellen Aktivitäten führt in 2009 zu Internet-Kriegen zwischen den Cybergangs. Unternehmen könnten sich mit mehr Lösegeldforderungen nach Festplattenverschlüsselung konfrontiert sehen.
Bandenkriege zwischen verfeindeten Mafiaclans bekommen Menschen meist eher in den Nachrichten mit. Bekanntes Beispiel in der jüngeren Vergangenheit sind die Mafiamorde von Duisburg. Das könnte sich in 2009 ändern. Auch das Internet wird nach Einschätzungen der Sicherheitsexperten von Trend Micro zum Schauplatz von Bandenkriegen. Denn der Kampf um die Gewinne aus kriminellen Machenschaften wie Phishing nimmt zu. Die Folge: Kriege zwischen Cybergangs mit Viren, Würmern oder Botnetzen. Zwei Faktoren verschärfen diese Entwicklung: Die Gangs schrumpfen auf eine gesunde Größe und die Sicherheitslösungen werden besser. Durch die zunehmende Konkurrenz steigt wie in der normalen Wirtschaft der Druck auf die Cyberkriminellen mit ihren Produkten als erste auf dem Cyberschwarzmarkt zu sein. So gibt es derzeit ein Rennen zwischen chinesischen und osteuropäischen Kriminellen, als erstes mit den aktuellen Exploits in ihren Entwicklungs-Kits auf den Markt zu kommen.
Tool, um einen Fake für eine YouTube-Webseite zu erstellen (Quelle: Trend Micro)
Weiter erwarten die Experten, dass es in der zweiten Hälfte in 2009 mehr Erpressungsversuch über Ransomware geben könnte. Diese Programme verschlüsseln Daten auf infizierten Rechnern. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen sind hier ein interessantes Ziel: Ihnen fehlt meist die Kraft und die Möglichkeiten, mit den Ausfällen zurechtzukommen.
Auch die Gefährlichkeit der Malware nimmt zu. Web-Threats kombinieren zunehmend verschiedene Angriffswege (Blended-Threats), um möglichst spät aufzufallen. Das sind beispielsweise DNS-Manipulationen durch Trojaner. Durch Manipulationen des Cache (Poisoned-Cache) von DNS-Servern richten Cyberkriminelle geheime Kommunikationskanäle ein. Dabei umgehen diese auch Schutzmaßnahmen und verbreiten Malware. Das Problem ist so groß, dass Trend Micro fordert, dass sich die ICANN des Problems annimmt.
Microsoft ist das ewige Ziel der Malware-Angriffe. Aber Apples Macintosh-Computer geraten mit zunehmender Verbreitung nun vermehrt ins Visier. So gab es kürzlich einen speziellen Angriff gegen Mac-Rechner, bei der sich die Schad-Software als Video-Anwendung tarnte. Auf der Linux-Seite sorgen Netbooks für die Verbreitung des Betriebssystems und machen es für Attacken interessant. Auch Social-Networks werden zunehmend Ziel von Angriffen, da deren Web-Traffic ständig steigt.
Die Leserkommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.
» Tipp der Redaktion
Praxis: Die sechs größten Sicherheitsrisiken bei der Server-Virtualisierung
Das Virtualisieren von Servern ist derzeit ein »Hype«-Thema. Doch bei aller Euphorie, was den Nutzen dieser Technik betrifft, wird oft ein wesentlicher Punkt vergessen: die Sicherheit. Die Beratungsgesellschaft Gartner hat sechs Risiken identifiziert, die bei der Servervirtualisierung lauern.
Vmware-Praxis: Virtuelle Maschine mit fehlerhaftem RedoLog
Schließt eine virtuelle Maschine (VM) auf einem Vmware-Server eine Operation wegen zu wenig Plattenplatz nicht ab, hilft es die Snapshot-Dateien zu löschen. Eventuell bootet die VM danach nicht mehr. Dieses Problem lässt sich ohne Restore beheben.
» Top-Stories der Woche
Oswald P. Zimmermann wird in Europäischen Wirtschaftssenat berufen
Der Vorstandsvorsitzender des Technologieanbieters Datango, Oswald P. Zimmermann, wird am 23. März in den Europäischen Wirtschaftssenat berufen. In dem Gremium soll Zimmermann die Belange der Unternehmer in den Bereichen E-Learning, Prozess-Automation und -Navigation auf europäischer Ebene voranbringen.
Google will China den Rücken kehren
Nach Informationen von Insidern wird Google seine Aktivitäten in China einstellen. Der Betreiber der weltweit führenden Suchmaschine reagiert damit auf die harte Linie der chinesischen Regierung, die weiterhin auf einer Zensur von Suchresultaten besteht.
» Meistgelesene News
Es geht doch: Windows 7 RC auf Vollversion updaten
Eigentlich muss der Nutzer beim Wechsel vom Release-Candidate zur finalen Version eine Neuinstallation vornehmen. Aber es gibt einen Trick von Microsoft, damit ein Upgrade doch funktioniert. Network Computing hat es ausprobiert.
Kaspersky Lab: Internet-Wurm Koobface startet Großangriff
Auf Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook rollte eine neue Angriffswelle zu. Die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab hat innerhalb der letzten Tage eine Verdoppelung der Zahl der Command-and-Control-Server des Wurms »Koobface« registriert. Laut Kaspersky lassen sich Attacken mithilfe einfacher Vorsichtsmaßnahmen abwehren.
» Preisvergleich Top 5
» Network-Computing-Tests
Zwei Netbooks im Praxistest
Spielzeug oder Arbeitswerkzeug? Das Asus EeePC 901 und Samsungs NC 10 im Büroalltag
Universal Desktops von Igel
Die neue Thin-Client-Familie von Igel macht IT einfach.
Test: Paessler siegt im Streit der Network-Monitoring-Produkte
Mit einer Empfehlung der NWC-Redaktion kann sich Paesslers PRTG Network Monitor 7.2 schmücken. Die Netzwerk-Monitoring-Software distanzierte drei Konkurrenten.
- Network Computing Whitepaper-Center. Jetzt aktuelle Whitepaper und CaseStudies herunterladen!
- Hier finden Sie Software zum Thema Facility Management