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13.01.2009

Virtualisierung von Servern und Storage notwendig:
Server-Virtualisierung ist kein Selbstläufer

von Werner Veith, Hadi Stiel

Wichtige IT-Ressourcen wie Server müssen konsolidiert und virtualisiert werden: Darin sind sich Technologie- und Marktkenner einig. Über das Wie und die Geschwindigkeit gehen die Meinungen hingegen auseinander. Denn die so erreichbaren Kosteneinsparungen und Leistungszuwächse hängen von vielen Faktoren ab.

Hersteller im Server-Bereich entwickeln gern verkaufsüberzeugende Modellszenerien. Nur haben die in der Regel wenig mit der gewachsenen Server-Infrastruktur in den Unternehmen zu tun. Selbst einzelne Analystenhäuser wie die Experton Group operieren mittlerweile mit idealisierten Modellen, um vor allem eines zu erreichen: die Hersteller in diesem Feld zur kostenpflichtigen Studienteilnahme zu bewegen. Wichtige Kostenfaktoren rund um die Server-Virtualisierung werden in diesem Fall gleich mit ausgespart. So soll den Herstellern mit blendenden Einsparungszahlen ein verheißungsvolles Absatzgebiet signalisiert werden. Die Welt der Server-Virtualisierung ist jedoch weitaus komplizierter, nicht nur bei den Kosten.

Stefan Kellerwessel, Practice-Manager bei Logica

Die Installationswelt ist heterogen

»Wir treffen in den Unternehmen auf heterogene Server-Infrastrukturen. Sie setzen sich aus Plattformen mit verschiedenen Betriebssystemen und -versionen zusammen«, berichtet Stefan Kellerwessel, Practice-Manager bei Logica, von Projekten. »Dazu kommen die unterschiedlichen Abschreibungsstände der einzelnen Installationen.« Aus beidem ergäben sich Probleme: »Eine durchgehende Server-Konsolidierung und -Virtualisierung erfordert, sich auf nur ein, maximal zwei Betriebssysteme zu konzentrieren. Demzufolge sollten die anderen Installationen bereinigt werden.«

Diese Bereinigung kollidiert mit dem jeweiligen Abschreibungsstand einzelner Installationen. »Wird vor Ablauf der Frist, in der Regel fünf Jahre, ausgemustert, entstehen daraus Abschreibungsverluste.« Sie schmälerten die anvisierten Kosteneinsparungen und verringerten den ROI (Return-on-Investment), so Kellerwessel. Hinzu käme, dass Virtualisierungsprogramme längst nicht auf jedem Betriebssystem beziehungsweise jeder -version liefen.

Außerdem zögen sie Lizenzkosten nach sich, von der Virtualisierungs-Software aus der Open-Source-Ecke einmal abgesehen. Für Kellerwessel steht deshalb außer Frage: »Die Konsolidierung und Virtualisierung der Server sollte vorher sowohl aus dem technischen als auch kaufmännischen Blickwinkel unter die Lupe genommen werden.« Als Konsequenz daraus ergebe sich meist eine Migrationsstrategie, die sich über mehrere Jahre erstrecke.

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