Network Computing

Mobile Computing

Microsoft will Notebooks mit Mobilfunk-Anbindung forcieren

Von: Bernd Reder

Viel zu wenige Notebooks verfügen nach Ansicht von Microsoft und der GSM Association über ein integriertes UMTS-Modem. Das wollen die Herstellervereinigung und die Softwarefirma jetzt ändern.

Die GSM Association und Microsoft wollen bei der Entwicklung von mobilen Rechnern zusammenarbeiten, die nicht nur über WLANs auf das Internet zugreifen können, sondern auch über 3G-Mobilfunknetze.

 

Um die Notebook-Hersteller anzuspornen, entsprechende Geräte zu entwickeln, haben Microsoft und die GSMA einen Wettbewerb ausgeschrieben. Diese können einen Design-Vorschlag für einen mobilen Breitband-Rechner einreichen. Der Gewinner soll auf dem Mobile World Congress im Februar in Barcelona gekürt werden.

 

 

Wohl ebenfalls als »Ansporn« für Notebook-Produzenten und Mobilfunk-Carrier ist eine Studie zu sehen, welche die Markforschungsgesellschaft Pyramid Research im Auftrag der GSMA und von Microsoft zum Thema »Mobiler Breitbandzugang für Notebooks« erstellte.

 

Demnach könnten die Computerfabrikanten im nächsten Jahr weltweit rund 79,5 Millionen Notebooks mit integrierten 3G-Modulen verkaufen. Das entspricht einem Volumen von 50 Milliarden Dollar.

 

Notebooks mit 3G-Modem noch zu teuer

 

Der Haken dabei: Um diese Stückzahlen zu erreichen, dürften die Geräte nur zwischen 500 und 1000 Dollar kosten. Davon kann derzeit keine Rede sein. Notebooks mit integriertem Mobilfunkzugang sind nur in der »Premiumklasse« zu finden.

 

Das preisgünstigste Modell von Fujitsu-Siemens etwa, das Lifebook T4212, ist im Online-Shop des Herstellers für rund 2200 Euro plus Mehrwertsteuer zu haben. Das Asus V2S kostet im Online-Handel an die 1500 Euro (inklusive Mehrwertsteuer), und für einen Toshiba Portege R400 muss der Anwender mindestens 2900 Euro hinlegen, ebenfalls einschließlich Mehrwertsteuer.

 


Dienste, auf die User von Notebooks mit Zugang zu Mobilfunknetzen
zugreifen möchten.

 

Die Studie von Pyramid ergab, dass sich rund 88 Prozent aller Anwender, die sich ein Notebook im Preisbereich 500 bis 1000 Dollar anschaffen wollen, einen Breitbandzugang zu einem Mobilfunknetz wünschen. Die Befragung zeigt allerdings auch, dass nur wenige der 33 Millionen Notebooks, die OEMs 2008 in diesem Preisbereich verkaufen werden, diese Option bieten.

 

Einfache Bedienung gefragt

 

Zudem bevorzugen Interessenten ein integriertes 3G-Modul. Nur 15 Prozent wären bereit, einen mobilen Rechner mit einer externen UMTS-Karte zu kaufen. Die Nutzer wollen somit denselben Komfort, den sie dank integrierter Chipsets wie Intels »Centrino« auch beim Zugang zu Wireless LANs genießen.

 

Die Anbieter von Mobilfunkdiensten unterstützen den Vorstoß von Microsoft und der GSMA. Das ist natürlich keine Überraschung, da sich die Mobilfunk-Carrier durch 3G-fähige Mobilrechner höhere Einnahmen versprechen.

 

Allerdings, so die Studie, müssten die Geräte dann nicht nur einen schnellen Datentransfer bieten, etwa mittels HSDPA (High-Speed Downlink Packet Access) mit bis zu 7,2 MBit/s. Wichtig sei, dass der User auch Voice over IP und Videokonferenzen nutzen könne.

 

Ein weiterer Faktor, der sich bislang negativ auf die Verbreitung von mobilen Rechnern mit 3G-Chipsets auswirkt: die zu hohen Tarife der Mobilfunk-Carrier. Der Breitbandzugang dürfe im Monat nicht mehr als umgerechnet 7 bis 10 Euro kosten. Derzeit betragen die Kosten etwa das Vierfache.

 

Die Studie von Pyramid Research mit dem Titel »Mobile Broadband Notebook PC« steht auf dieser Web-Seite zum Herunterladen bereit.

 

 

 

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