Network Computing

Buyer’s Guide: IP-Videoüberwachung

Mehr Schärfe, Autonomie und Intelligenz  

Von: Michael Piontek

Die auf IP basierenden Systeme haben sich in den vergangenen zwölf Monaten signifikant weiterentwickelt. Die Kameras werden intelligenter, ihre Bilder schärfer und die Steuerungs-Applikationen öffnen sich anderen Herstellern.

Auf vielen Gebieten von Hightech ist der Mensch der größte Risikofaktor. Während die Technik dank hohen Reifegrads oft reibungslos funktioniert, ist es der Mensch, der ein ganzes Projekt durch sein falsches Verhalten oder eine unangemessene Reaktion scheitern lässt.

Auf dem Gebiet der klassischen Videoüberwachung ist dieses Phänomen zu beobachten. Die Kameras senden ihre Bilder in guter Qualität in die Leitstelle. Dort sitzt ein Wachmann, der allerdings überfordert ist. Ob von Langeweile übermannt oder von zu viel Information geflutet, er wird den vielen Bildschirmen im Lauf der Zeit immer weniger Aufmerksamkeit schenken.

Die Wahrscheinlichkeit, dass er eine wichtige Szene übersieht, wächst mit seiner Arbeitsdauer und der Menge der Bildschirme, die er im Auge behalten muss. Erfahrungen zeigen, dass – obwohl die technische Seite des Gesamtsystems reibungslos arbeitet und eine verdächtige Szene auf den Monitoren abspielt – das Wachpersonal tatenlos bleibt. Das Gesamtkonstrukt hat damit seine primäre Aufgabe verfehlt.

 


Die Hersteller der Videoüberwachungssysteme kennen diese Schwäche schon lang. Sie haben ihre Lösungen aber vor allem in jüngster Zeit dahin erweitert, dass sie den Hauptnutzer ihrer Lösungen so weit wie möglich entlasten.

Es ließe sich auch sagen, soweit wie möglich aus der Verantwortung zu nehmen. Der Wachmann soll im besten Fall gar nicht mehr entscheiden müssen, ob ein Ereignis nun seine Aufmerksamkeit oder eine Reaktion seinerseits erfordert. Denn hier hat er immer die Gelegenheit, die Lage falsch einzuschätzen.

 Vielmehr sollen die Systeme selbst mit Hilfe strenger Konfigurationen, ineinander verschachtelter Policies und Verknüpfungen mehrerer Alarmmeldungen autonom entscheiden, ob hier mit hoher Gewissheit etwas als kritisch Eingestuftes geschieht. Dem Personal wird schließlich nur das Endergebnis vorgeführt, die Essenz des Ernstfalls sozusagen. Die Wachleute sollen dann als letzte Instanz entscheiden, ob ein echter oder ein Fehlalarm vorliegt.

Sie wären im Alltag weniger belastet, da sie lediglich auf die Ergebnisse des Videoüberwachungssystems reagieren, statt zu jeder Zeit die Gesamtlage selbst einschätzen zu müssen. So wäre es auch möglich, mehr und mehr Aufgaben in nur einer zentralen Leitstelle zu konsolidieren, andere zu schließen und am Ende Personal einzusparen.

Unternehmen können ein solches Videosystem neben der reinen Überwachungsaufgabe aber auch in einem völlig anderen Zusammenhang installieren. So setzen Firmen Kameras ein, um ihre Produktionsabläufe oder kritische logistische Prozesse zu überwachen. Statt bei Störungen allein auf die Meldung der betroffenen Systeme oder ausschließlich dem Personal vor Ort vertrauen zu müssen, können die Verantwortlichen die Situation auch per Bild bewerten.

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