Malware-Schreiber wollen ebenso wie Autoren legaler Software mit ihren »Produkten« Geld verdienen Die Cyber-Kriminellen verhalten sich daher wie ganz normale Geschäftsleute: Sie erarbeiten Lizenzbestimmungen und drohen bei Verstoß dagegen mit Konsequenzen.
»Ähnlich wie Entwickler von legaler Software versuchen auch Kriminelle, eine Lizenz- oder Copyright-Vereinbarung in ihre Programme einzubauen«, sagt Guy Bunker, Sicherheitsexperte bei der IT-Sicherheitsfirma Symantec. Auf legalem Wege können Malware-Autoren ihr »Copyright« allerdings nicht durchsetzten.
Der Autor des Bot-Pakets »Zeus« droht daher bei Lizenzverstößen damit, die Daten des Kunden an die Hersteller von Antivirensoftware weiterzugeben, berichtet Symantec-Forscher Liam O'Murchu.

Eine Einnahmequelle von Malware-Programmierern ist das Phishing. Laut Symantec stieg die Zahl der Hosts mit entsprechenden Web-Seiten 2007 massiv an.
Auch in Malware-Paketen finden sich Verbote, etwa den Code zu analysieren oder die Software weiterzuverkaufen. »Auf diese Weise können die Autoren belegen, dass sie das entsprechende Programm geschrieben haben«, erläutert Bunker.
Aus dem russischen Sprachraum kommt das Bot-Paket Zeus, dessen Autor laut O'Murchu folgende interessante Passage in seine Lizenzbestimmungen eingebaut hat: »Bei Verstößen gegen die Vereinbarung verliert der Kunde jeglichen technischen Support. Außerdem wird der Binärcode seines Bots sofort an Antiviren-Anbieter geschickt.«
Geholfen habe das freilich nichts, so O'Murchu. Das Paket sei kurz nach der Veröffentlichung im Untergrund frei getauscht worden. Dass Malware-Autoren auf »unerlaubten Gebrauch« ihrer Software tatsächlich mit der Weitergabe von Informationen an Antiviren-Hersteller reagiert hätten, sei ihm bisher nicht bekannt, so Bunker.
Eine der Lizenzbestimmungen von Zeus verbietet zudem, die Control-Panel des Tools zur Kontrolle anderer Bot-Nets zu verwenden. Tatsächlich würden Cyber-Kriminelle miteinander um die Kontrolle kompromittierter Computer kämpfen, so Symantec. Sie suchen Schwachstellen im Code der Bot-Programme, um auf diese Weise die Computer von anderen Gruppen zu übernehmen.
Dabei geht es allerdings nicht um Lizenzvereinbarungen, sondern um die Kontrolle über möglichst viele Computer, um auf diese Weise Geld zu machen.
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