Network Computing

Load-Balancing für kleinere Unternehmen  

Von: dj

Kemp Technologies LM 1500 – Der Load Master 1500 von Kemp ist eine vollständig ausgestattete Verkehrsmanagement-Appliance, die zu einem Preis erhältlich ist, den sich auch kleinere Unternehmen leisten können.


Auch das riesigste Buffet nützt nichts, wenn nichts dabei ist, das nach dem eigenen Geschmack ist. Bei der Auswahl eines Load-Balancers kann es ganz ähnlich sein: Für kleine und mittelgroße Unternehmen sind die mit Features voll gestopften Produkte von Herstellern wie F5 Networks oder Netscaler nicht immer die appetitlichsten oder kostengünstigsten Optionen.

Da lohnt ein Blick auf Kemp Technologies' Loadmaster (LM) 1500, eine Layer-4/7-Load-Balancing/SSL-off-Loading-Appliance. Zu einem Preis von 2490 Dollar bietet das Gerät gleich drei 10/100-MBit/s-Netzwerkkarten. Die anfängliche Netzwerkkonfiguration erfordert eine serielle Konsole, aber das nachfolgende Management lässt sich mit SSL-Unterstützung über die Webschnittstelle des Systems durchführen.

Im Test lief ein LM 1500 in den Real-World Labs bereits nach wenigen Minuten. Die geradlinige Benutzungsschnittstelle war zwar sofort und leicht einzusetzen, aber einige Administratoren werden sich erst an die Linux/BSD-Terminologie gewöhnen müssen, die der Hersteller beispielsweise zur Bezeichnung der Ethernet-Ports (ethX) verwendet.

Für den Test wurde nach der Installation des Systems ein virtueller Dienst konfiguriert, dem wir dann drei durch Spirent-Webreflector emulierte Web-Server hinzufügten. Der LM, der konfigurierbares Health-Checking (HTTP, ICMP, TCP ...) nutzt, um festzustellen, ob echte Server verfügbar sind, entdeckte die Web-Server sofort, während er den virtuellen Dienst zur Verfügung stellte. Nun setzten wir Spirent-Web-Avalanche ein, um nicht mehr als 4600 Verbindungen pro Sekunde (der LM unterstützt bis zu 4000) zu simulieren. Die Konfiguration von Web-Avalanche emulierte Clients, die eine aus sieben Dateien bestehende Seite abrufen. Der LM lieferte einfache Systemstatistiken, darunter Prozessorbelastung, verfügbaren Speicher, Netzwerkbandbreite und Verbindungen pro Sekunde zu virtuellen und realen Servern.

In einer L4-Konfiguration arbeitete die Appliance bewundernswert. Das System bediente durchschnittlich 2289 Transaktionen pro Sekunde mit kaum spürbarer Verzögerung (geringer als 2 ms). Die Prozessorbelastung lag so lange zwischen 60 und 70 Prozent, bis die Netzwerkbandbreite 90 MBit/s überschritt – dann stieg sie auf 99 Prozent.

Den Regeln folgen
Der LM bietet drei Optionen für die Erzeugung von Content-Switching-Regeln: Postfix, Präfix und reguläre Ausdrücke. Die Regeln erzeugt der Administrator getrennt vom virtuellen Dienst, so dass sie sich von mehr als einem virtuellen Dienst nutzen lassen. Im Test wurden zwei Regeln konfiguriert, die nach Anforderungen von GIF-Abbildungen schauten: einer Postfix-Regel und einem regulären Ausdruck. Die Regeln ließen sich individuellen Servern leicht zuweisen. Das System konfigurierte automatisch eine Default-Regel, so dass sich die Postfix-Regel zwei realen Servern und die dritte Regel als Standard für alle Nicht-GIF-Inhaltsanforderungen zuordnen ließen.

Die gleichen Clientanforderungen wurden auch in einer L7-Konfiguration ausgeführt. Die Verbindungen zu realen Servern schienen eins zu eins mit Clientverbindungen übereinzustimmen. Der Hersteller verifizierte, dass der LM kein TCP-Multiplexing (Wiederverwendung von TCP-Verbindungen) auf dem Backend durchführt.

Als das Gerät für die Nutzung regulärer Ausdrücke neu konfiguriert wurde, schaffte es geringfügig weniger Transaktionen pro Sekunde und zeigte längere Verzögerung in L7-Konfigurationen. Die Postfix-Regelsammlung bietet eine geringfügig höhere Performance als das Äquivalent mit regulären Ausdrücken. SMBs werden sehr wahrscheinlich Postfix- und Präfix-Regeln nutzen, aber simple reguläre Ausdrücke sind eine gute Option für Load-Balancing-Anforderungen auf Abteilungsebene.

SSL-Beschleunigung ist eine Standardoption des LM 1500. Die Performance ist für die meisten einfachen L4/L7-Load-Balancing-Anforderungen adäquat und der Preis der Appliance auch für knappe Budgets tragbar.
dj@newtworkcomputing.de

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