Home » Kommunikation » Mobile & Wireless
19.07.2007

Mobilkommunikation: Mobile TV:
Europäische Union entscheidet sich für DVB-H

von Bernd Reder

Die Europäische Kommission hat gestern eine Vorentscheidung zugunsten des Handy-TV-Standards DVB-H getroffen. Er wird unter anderem von Nokia favorisiert.


Flimmerkiste Handy: Das Nokia N92 nutzt den Mobile-TV-Standard DVB-H.

Auf »Digital Video Broadcasting – Handheld« (DVB-H) als technische Grundlage für die Übertragung von TV-Bildern auf mobile Geräte wie Smartphones und Handys hat sich die Europäische Kommission festgelegt.

In einer Stellungnahme auf ihrer Web-Seite vertritt die Organisation den Standpunkt, dass »DVB-H die Grundlage für eine erfolgreiche Einführung terrestrischer mobiler TV-Dienste ist«. Die Kommission will DVB-H zudem der Liste von EU-Standards hinzufügen.

Die Übertragungstechnik basiert auf DVB-T, das beim terrestrischen digitalen Fernsehen zum Einsatz kommt. Um Bilder in brauchbarer Qualität mit einer Auflösung von 320 x 240 Pixeln (QVGA) zu übermitteln, ist eine Bandbreite von etwa 300 kBit/s erforderlich.

Sieg für Nokia

Zu den Befürwortern von DVB-H gehören Nokia, Sony-Ericsson, Motorola, Sagem und Philips. Dagegen bedeutet die Entscheidung einen schweren Schlag für den Chiphersteller Qualcomm und die südkoreanischen Firmen Samsung und LG.

In Südkorea wird der Standard DMB (Digital Multimedia Broadcasting) verwendet. Die Technik wurde in Deutschland entwickelt, von Bosch und dem Heinrich-Hertz-Institut. Allerdings stieß sie in Europa bislang nur auf eine geringe Resonanz.

Den Anbietern von Mobilfunkdiensten, TV-Programmen und Mobilgeräten kann die Entscheidung der EU-Kommission nur recht sein. Sie können nun mit dem Aufbau eines Handy-TV-Angebotes beginnen.

Die Hersteller von Endgeräten und Mobilfunk-Ausrüstung laufen nicht mehr Gefahr, parallel Systeme für unterschiedliche Techniken entwickeln zu müssen.

Ob Mobile-TV jedoch eine Erfolgsgeschichte wird, hängt davon ab, wie viel die Service-Provider dafür verlangen. Eine Hochpreispolitik, ähnlich wie bei der Einführung von UMTS, wird das zarte Pflänzchen schnell zum Absterben bringen.

Leserkommentare

Die Leserkommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.

» Tipp der Redaktion

Bild zu "Praxis: Die sechs größten Sicherheitsrisiken bei der Server-Virtualisierung"

Praxis: Die sechs größten Sicherheitsrisiken bei der Server-Virtualisierung

Das Virtualisieren von Servern ist derzeit ein »Hype«-Thema. Doch bei aller Euphorie, was den Nutzen dieser Technik betrifft, wird oft ein wesentlicher Punkt vergessen: die Sicherheit. Die Beratungsgesellschaft Gartner hat sechs Risiken identifiziert, die bei der Servervirtualisierung lauern.

Bild zu "Vmware-Praxis: Virtuelle Maschine mit fehlerhaftem RedoLog"

Vmware-Praxis: Virtuelle Maschine mit fehlerhaftem RedoLog

Schließt eine virtuelle Maschine (VM) auf einem Vmware-Server eine Operation wegen zu wenig Plattenplatz nicht ab, hilft es die Snapshot-Dateien zu löschen. Eventuell bootet die VM danach nicht mehr. Dieses Problem lässt sich ohne Restore beheben.

» Top-Stories der Woche

Bild zu "Microsoft mit neuem Volumenlizenz-Modell"

Microsoft mit neuem Volumenlizenz-Modell

Nachdem das bisherige Volumenlizenzprogramm »Select« nächstes Jahr ausläuft, hat Microsoft jetzt den Nachfolger vorgestellt. »Select Plus« soll den Unternehmenskunden neben vereinfachtem Software Asset Management, auch automatische Rabattierungen und eine verbesserte Software Assurance bieten.

Bild zu "Oswald P. Zimmermann wird in Europäischen Wirtschaftssenat berufen"

Oswald P. Zimmermann wird in Europäischen Wirtschaftssenat berufen

Der Vorstandsvorsitzender des Technologieanbieters Datango, Oswald P. Zimmermann, wird am 23. März in den Europäischen Wirtschaftssenat berufen. In dem Gremium soll Zimmermann die Belange der Unternehmer in den Bereichen E-Learning, Prozess-Automation und -Navigation auf europäischer Ebene voranbringen.

» Meistgelesene News

Bild zu "Praxis: Die sechs größten Sicherheitsrisiken bei der Server-Virtualisierung"

Praxis: Die sechs größten Sicherheitsrisiken bei der Server-Virtualisierung

Das Virtualisieren von Servern ist derzeit ein »Hype«-Thema. Doch bei aller Euphorie, was den Nutzen dieser Technik betrifft, wird oft ein wesentlicher Punkt vergessen: die Sicherheit. Die Beratungsgesellschaft Gartner hat sechs Risiken identifiziert, die bei der Servervirtualisierung lauern.

Bild zu "Kaspersky Lab: Internet-Wurm Koobface startet Großangriff"

Kaspersky Lab: Internet-Wurm Koobface startet Großangriff

Auf Nutzer des sozialen Netzwerks Facebook rollte eine neue Angriffswelle zu. Die IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Lab hat innerhalb der letzten Tage eine Verdoppelung der Zahl der Command-and-Control-Server des Wurms »Koobface« registriert. Laut Kaspersky lassen sich Attacken mithilfe einfacher Vorsichtsmaßnahmen abwehren.

» Preisvergleich Top 5

» Network-Computing-Tests

Zwei Netbooks im Praxistest

Spielzeug oder Arbeitswerkzeug? Das Asus EeePC 901 und Samsungs NC 10 im Büroalltag

Universal Desktops von Igel

Die neue Thin-Client-Familie von Igel macht IT einfach.

Test: Paessler siegt im Streit der Network-Monitoring-Produkte

Mit einer Empfehlung der NWC-Redaktion kann sich Paesslers PRTG Network Monitor 7.2 schmücken. Die Netzwerk-Monitoring-Software distanzierte drei Konkurrenten.