Portsmouth will mit »Percetrak« Verbrechen verhindern:
Video-System à la »Minority Report« hilft bei Verbrechensverhinderung
Die englische Stadt Portsmouth testet das Video-Überwachungssystem »Percetrak« von Smart CCTV, um damit mögliche Straftaten im voraus zu erkennen. Mit Hilfe komplexer Algorithmen sollen die Video-Kameras verdächtiges Verhalten identifizieren.
Video-Überwachung auf öffentlichen Plätzen ist nichts ungewöhnliches mehr und hilft unter Umständen, eine Straftat aufzuklären. Die englische Stadt Portsmouth geht nun einen großen Schritt weiter: Sie will mit Hilfe eines CCTV-Systems (Closed-Circuit-Television) von Smart CCTV, mögliche Straftaten bereits im voraus erkennen, wie Pressetext berichtet. Bisher war dies ja Fiction und Thema von Filmen wie »Minority Report«. Derzeit befindet sich das Percetrak-Video-System in einem Testlauf. 142 Kameras wurden an verschiedenen Plätzen installiert. Eine Karte mit den Orten findet sich auf der Internet-Seite von Portsmouth. Die Kameras sollen laut Hersteller mit Hilfe eines komplexen Algorithmus den verdächtige Verhaltensweisen erkennen.
Das »Percetrak«-System von Smart CCTV soll verdächtige Verhaltensweisen aufmerksam machen.
(Foto: smartcctvld.com)
Das System setzt ein auf Software basierendes Analyseverfahren ein, das die Bilder anhand von bis zu 18 verschiedenen Kriterien auf verdächtige Verhaltensweisen hin untersucht. Dazu gehören etwa einzelne Personen oder sich auflösende Gruppen. Erkennt die Kamera eine solche Situation, löst sie in einer Zentrale einen Alarm aus. Diesen analysiert dann ein Sicherheitsbeamter. Bei Verdacht auf ein mögliches Verbrechen kann er dann reagieren.
Dieses Vorhaben erhitzt wie zu Erwarten die Gemüter. Die zuständige Stadtverwaltung sieht darin eine »fantastische Entwicklung«. So äußert sich der für Sicherheitsfragen zuständige Stadtrat Jason Fazackarley: »Das Percetrak-System ist das Gegenstück zum Nachtwächter im 21. Jahrhundert.« Aber im Gegenzug zu diesem »blinzelt es nie, macht niemals eine Pause und langweilt sich nicht.« Es gibt aber auch kritische Anmerkungen in Großbritannien dazu: »Diese Technologie macht es dem Staat nur noch einfacher, jeden einzelnen Schritt der Menschen zu beobachten", so ein Sprecher der britischen Bürgerrechtsorganisation Liberty. Für ihn gibt es eine Parallele zum Kinofilm »Minority Report«. Außerdem sei für ihn »teueres Hollywood-Science-Fiction-Equipment« niemals so effizient wie eine Polizeipatrouille auf den Straßen vor Ort.
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