Network Computing

Hochverfügbarkeit

Jenseits der Cluster  

Von: Ulrich Lenz

Verbreitete Cluster-Systeme arbeiten nicht unterbrechungsfrei und sind bei Implementierung und Administration recht aufwändig. Fehlertolerante Server bieten ohne Administrationsaufwand eine höhere Verfügbarkeit.

Zahlreiche unternehmenskritische Anwendungen sind in den letzten Jahren von Großrechnern auf Standardsysteme wie Unix, Windows und Linux verlagert worden.

 

Die Unternehmen konnten damit nicht nur von den geringeren Hardware-Kosten profitieren, sondern auch den Aufwand für Infrastruktur, Administration und Software deutlich verringern.

 

Ein moderner Server auf Basis der PC-Technologie kostet bei durchaus vergleichbarer Leistung heute nur einen Bruchteil dessen, was man für einen Großrechner oder ein klassisches Unternehmenssystem der Mittleren Datentechnik aufzuwenden hat.

 

 
Hochverfügbarkeit ist eine Notwendigkeit

 

Voraussetzung dieser Entwicklung waren nicht nur die ständigen Leistungssteigerungen dieser Server-Systeme, sondern vor allem auch, dass sie hinsichtlich Stabilität und Ausfallsicherheit endlich ein professionelles Niveau erreicht haben. Mit dem anspruchsvolleren Einsatzspektrum sind allerdings auch die Anforderungen gewachsen.

 

Es ist eben ein großer Unterschied, ob man einen PC für Textverarbeitung und Tabellenkalkulation einsetzt oder als Server für Aufgaben, von denen Wohl und Wehe des gesamten Unternehmens abhängen.

 

Und dabei geht es auch längst nicht mehr nur um die klassischen betriebswirtschaftlichen Anwendungen, denn heute wird nahezu alles über Windows-Server gesteuert, Hochregallager und Produktionsstraßen ebenso wie Call-Center, Kassen, Online-Shops oder Reservierungssysteme.

 

Von der Verfügbarkeit solcher Systeme sind die Unternehmen längst voll und ganz abhängig. »Von Hand« lässt sich meist nichts mehr erledigen, steht die IT, dann steht das gesamte Unternehmen. Überraschenderweise haben viele Unternehmen trotzdem keine genauen Vorstellungen von den Folgen von Ausfällen ihrer eigenen Systeme.

 

 
Ausfallkosten bis zu mehrere Millionen Euro

 

Neutrale Untersuchungen zeigen, dass die Kosten für eine Stunde IT-Stillstand von etwa 25.000 Euro in der Fertigung über 75.000 im Einzelhandel bis zu bis mehreren Millionen bei der Verarbeitung von Kreditkartendaten reichen können.

 

Viele Unternehmen gehen stillschweigend davon aus, dass moderne Server technisch so ausgereift sind, dass Ausfälle praktisch nie mehr vorkommen. Eine sehr riskante Unterstellung, die nicht nur allen Erfahrungen mit technischen Geräten widerspricht, sondern auch die heute ohne Zweifel erreichte Zuverlässigkeit weit überschätzt.

 

Tatsächlich erreichen Standard-Server unter Linux oder Windows heute eine Verfügbarkeit von bis zu 99,9 Prozent, was im Dauerbetrieb einer durchschnittlichen ungeplanten Stillstandszeit von mehr als acht Stunden pro Jahr entspricht. So erweist sich eine auf den ersten Blick ausgezeichnete Verfügbarkeit von 99,9 Prozent, bei näherem Hinsehen als für wirklich unternehmenskritische Aufgaben keineswegs ausreichend.

 

Wenn Unternehmen die Verfügbarkeit ihrer Server verbessern wollen, investieren sie nicht nur in eine unabhängige Stromversorgung, sondern üblicherweise in Cluster-Systeme. Dabei werden mindestens zwei Server durch eine Steuerungs-Software gekoppelt. Diese Cluster-Knoten werden von einem Cluster-Dienst laufend überwacht. Fällt ein Knoten aus, so übernimmt der jeweils andere dessen Aufgaben. Diese Konfiguration kann auch Lösungen mit Dutzenden von Servern umfassen.

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