Der Halbleiterhersteller Infineon hat ein Verfahren patentieren lassen, mit dem Service-Provider Telefonate über IP stören oder blockieren können. Unklar ist, wer als Interessent für entsprechende Produkte in Frage kommt.
Einem Bericht von Financial Times Deutschland (FTD) zufolge hat Infineon ein Patent für eine Technik beantragt, mit deren Hilfe Telekommunikationsfirmen Telefongespräche über IP (Voice over IP) stören können.
Das Verfahren ist relativ einfach: Es sendet an die Netzknoten von Service-Providern Stördaten. Die Datenpakete sind genauso aufgebaut wie diejenigen, die bei IP-Telefonaten übermittelt werden. Allerdings werden beim Verfahren von Infineon keine Nutzinformationen (Gespräche) übermittelt, sondern »Datenmüll«.
Die Vermittlungssysteme eines Service-Providers kann nicht zwischen echten IP-Telefonaten und den Stördaten unterscheiden und verarbeitet beide. Die Folge: Es kommt zu größeren Latenzzeiten, die sich negativ auf die Sprachqualität auswirken.
Laut FTD gab Infineon keine Auskunft darüber, wer als Nutzer dieses Verfahrens in Frage kommt. Zwar liegt der Verdacht nahe, Carrier wie die Deutsche Telekom oder Arcor könnten die Technik verwenden, um Kunden davon abzuhalten, von der klassischen Sprachkommunikation auf die preisgünstigere IP-Telefonie umzuschwenken. Es ist allerdings fraglich, ob sich ein solches Manöver auf Dauer geheim halten ließe. Die Anbieter müssten sich dann mit erbosten Kunden auseinander setzen.
Dem Bericht zufolge eignet sich Technik außerdem nicht dafür, Gespräche über Skype zu blockieren. Bei Skype kommt ein proprietäres Übertragungsprotokoll zum Einsatz. Die VoIP-Datenpakete lassen sich daher nicht so einfach als Sprachinformationen identifizieren und blockieren.
Weitere Informationen im Internet unter:
Bericht in Financial Times Deutschland
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