Ein neues Bewertungssystem, strengere Sanktionen – seit Anfang des Jahres hat Ebay die Anforderungen an seine Profi-Verkäufer deutlich angehoben. Die in den USA gestartete Zusammenarbeit mit dem Etailer Buy.com sorgt nun für weitere Verunsicherung.

Sieht die Ebay-Neuerungen kritisch:
Ex-Selectronica-Geschäftsführer
Martin von Hermanni
Die Pleite des Ebay-Powersellers Selectronica sorgte vor einigen Wochen für Aufsehen: Seit rund sieben Jahren war das Unternehmen auf der E-Commerce-Plattform aktiv. Mit einem Jahresumsatz von 30 Millionen Euro hatte es sich zum größten Powerseller Europas entwickelt. Doch als sich negative Käuferbewertungen häuften, reagierte Ebay knallhart: Das Online-Auktionshaus sperrte die Verkäuferkonten von Selectronica.
Für den ehemaligen Selectronica-Geschäftsführer Martin von Hermanni ist Ebay damit mit Schuld am Niedergang des Unternehmens. Denn die Leistungen des Powersellers seien über die Jahre hinweb nicht viel anders geworden: »Radikal verändert hat sich jedoch die Art und Weise, wie Ebay dieselbe Leistung bewertet«, so von Hermanni gegenüber Computer Reseller News.
Zwar gehen Branchenbeobachter davon aus, dass der inzwischen ins Visier der Justiz geratene Powerseller Selectronica sein geschäftliches Scheitern wesentlich selbst verschuldet hat. Aber es gibt auch kritische Stimmen zu den seit Anfang des Jahres bei Ebay eingeführten Neuregelungen. So schreibt ein Ebay-Verkäufer: »Wenn man sich die aktuellen Gebührenstrukturen von Ebay mal etwas genauer anschaut, lässt sich der Gedanke an Wucher kaum vermeiden.«
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