Wenn es um Energieeinsparung und Umweltbewusstsein geht, haben deutsche Unternehmen in Europa die Nase vorn. Insgesamt ergab eine Studie der Storage-Firma Brocade jedoch ein eher düsteres Bild.
Grau statt grün, so sieht die Wirklichkeit in vielen europäischen Unternehmen aus, wenn es um Energieeffizienz und die Umweltfreundlichkeit der IT-Infrastruktur geht. Eine Studie des Speichersystem-Anbieters Brocade zeigt, dass über 40 Prozent der Befragten ihr Unternehmen als nicht besonderes gut oder sogar schlecht im Sinne von »Green IT« einstufen.

Betreiber großer Rechenzentrum, hier das von 1 & 1 mit mehr als 25.000 Servern, setzen alleine wegen der hohen Stromkosten auf Energie
sparende IT-Infrastrukturen.
In Europa wurde Deutschland immerhin das beste Zeugnis ausgestellt, während die Italiener und Briten die größten Schmutzfinken sind. Dennoch sind 46 Prozent der befragten deutschen IT-Verantwortlichen der Meinung, dass das Umweltverhalten in ihrem Unternehmen noch deutlich verbessert werden könnte.
An die 19 Prozent aller Befragten gaben sogar an, dass sie über den derzeitigen Energieverbrauch und die Umweltbelastung durch Kohlendioxid und Treibhausgase besorgt sind.
Problem erkannt – Lösungen nicht in Sicht
Mangelnde Energie-Effizienz ist somit trotz aller Initiativen und Lippenbekenntnisse zum Thema Green-IT weiterhin ein Problem. Immerhin habe viele IT-Verantwortliche erkannt, dass ein erheblicher Teil der betrieblichen Ausgaben auf Energiekosten entfällt und deshalb Handlungsbedarf besteht.
Rund 41 Prozent der deutschen IT-Fachleute schätzen, dass bis zu einem Viertel der Betriebskosten auf Energie entfallen. Unabhängig vom Anteil an den Gesamtausgaben sind 60 Prozent aller Befragten der Meinung, dass die Ausgaben für Energie zu hoch sind.
Fast zwei Drittel der europaweit Befragten haben wegen dieser Erkenntnisse bereits mit der Suche nach Verfahren begonnen, die den Energieverbrauch senken könnten. Ein Drittel der Befragten hält solche Aktivitäten immer noch für überflüssig.
Thin-Clients statt PCs
In Deutschland hält immerhin fast ein Viertel der Befragten ihre Mitarbeiter dazu an, Energie zu sparen. Über 75 Prozent gaben außerdem an, dass sie im Büro ebenso Energie einsparen wie zu Hause.
Insgesamt zieht Ulrich Plechschmidt, der bei Brocade als Vice President für den Raum Europa, Mittler Osten und Afrika zuständig ist, jedoch ein kritisches Fazit: »Das geringe Interesse an umweltverträglichem Handeln ist erschreckend, insbesondere wenn man den Druck der Industrie und die ständige Berichterstattung der Medien in Betracht zieht.«
Nach Angaben des Umweltbundesamtes ließen sich in Deutschland durch den Einsatz von Thin-Clients, die Reduzierung der Leerlaufzeiten von Rechnern und effizientere Data-Center rund sechs Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.
Die Umstellung eines Drittels der PCs in Deutschland auf Thin-Clients würde pro Jahr eine Million Tonnen CO2 und rund 100.000 Tonnen Material sparen, speziell Metalle und Kunststoffe.
Die aktuellen Tipps der Redaktion

Egal welche Art von Software Sie suchen:
Im SoftwareGuide der Network Computing finden Sie detaillierte Informationen und
direkte Downloadmöglichkeiten zu mehr als 7500 Softwarelösungen von über 5200 Herstellern.
© 2008 Network Computing. All rights reserved. Für den Inhalt der Leserkommentare kann CMP-WEKA Verlag GmbH & Co. KG keine Haftung übernehmen.
Jede Haftung ist ausgeschlossen.