Die geplante Auslagerung eines Großteils ihrer IT-Abteilung an Hewlett-Packard hat die Deutsche Post gestoppt. Der Vertrag hätte ein Volumen von mehreren Milliarden Euro gehabt.
Nach Informationen unseres Schwesterportals Informationweek.com entschied sich die Deutsche Post Worldnet (DPWN) nach sechs Monaten Bedenkzeit, von dem Vertrag mit Hewlett-Packard zurückzutreten. Gerüchte über den Ausstieg DPWN waren bereits Ende Juli aufgetaucht.

Zu riskant: Die Deutsche Post Worldnet betreibt ihre Rechenzentren nun doch weiterhin in Eigenregie. Den Outsourcing-Deal mit Hewlett-Packard hat der Konzern gecancelt.
Im Rahmen des Vertrages hätte HP die IT von DPWN übernommen, ebenso rund 2500 Mitarbeiter der Deutschen Post und von deren Tochter DHL. Vorgesehen war, dass Hewlett-Packard den Betrieb der Rechenzentren des Übernehmens übernehmen sollte, die in Arizona, Tschechien, Malaysia und anderen Regionen angesiedelt sind.
Dadurch wollte die Deutsche Post etwa eine Milliarde Euro im Jahr sparen. Eine detaillierte Analyse der Vor- und Nachteile des Outsourcing-Deals ergab nun, dass die erwarteten Einsparungen deutlich niedriger ausgefallen wären. Die Vorteile, vor allem in den ersten Jahren, hätten die Risiken nicht aufgewogen.
Posteigene IT-Abteilung hat nachgelegt
In einer E-Mail an Mitarbeiter schrieb Stephen McGucking, Leiter der IT-Services-Abteilung der Deutschen Post, dass es seinen Mitarbeitern zudem in den vergangenen Monaten gelungen sei, die Kosten zu senken und bei gleicher Personalstärke neue IT-Dienste zur Verfügung zu stellen.
Nach internen Informationen sollen jedoch auch Probleme von HP für den Rückzug der Deutschen Post eine Rolle gespielt haben. So sei es Hewlett-Packard nicht gelungen, akzeptable Support-Preise für die vorhandenen Server und Mainframe-Rechner von IBM anzubieten. In diesem Fall habe sich IBM quergestellt, die selbst als IT-Dienstleister aktiv ist und zu den Konkurrenten von HP auf diesem Gebiet zählt.
HP bestätigte am vergangenen Freitag offiziell, dass das Geschäft mit der Deutschen Post geplatzt ist. Man arbeite jedoch weiterhin eng mit dem Konzern zusammen, unter anderem bei einigen Projekten, welche die Optimierung der IT-Infrastruktur zum Ziel haben.
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