Deutsche CIOs haben bei ihren Arbeitgebern nicht den gleichen Stellenwert wie ihre internationalen Kollegen. Die fehlende Anerkennung behindert die Arbeit, die Motivation ist schlecht.
Chief Information Officers (CIOs) und IT-Verantwortliche in deutschen Unternehmen erhalten im internationalen Vergleich schlechte Noten und wenig Anerkennung. 55 Prozent der IT-Fachkräfte in Deutschland geben an, dass der oberste IT-Verantwortliche lediglich die Rolle eines IT-Grundversorgers übernimmt, so eine Studie der Technologieberatung Booz Allen Hamilton. Nur 15 Prozent erkennen ihren CIO als »IT-Entrepreneur oder Innovator« an. In keinem anderen Land wird diese Position so negativ bewertet.
Je enger der CIO an den Chief Executive Officer (CEO) angebunden ist, desto positiver das Gesamtbild. Berichtet der CIO nicht direkt an das Topmanagement, überwiegen negative Profile der IT-Organisation. Dabei zeigt sich, dass Entscheidungsprozesse im IT-Bereich besser als in anderen Funktionsbereichen organisiert sind. Mehr als die Hälfte der IT-Fachkräfte gibt an, auf Basis klar definierter Aufgaben und Verantwortlichkeiten zu handeln, über alle Organisationsbereiche hinweg sind es nur 46 Prozent.
Ebenfalls positiv: Entscheidungen werden seltener in Frage gestellt. Kommen in deutschen IT-Abteilungen laut 53 Prozent der Befragten getroffene Entscheidungen nochmals auf den Prüfstand, so sind es im Querschnitt aller Funktionsbereiche fast 10 Prozent mehr.
Zu langsame Umsetzung
Doch dann hakt es: Trotz positiver Ausgangssituation erfolgt die Umsetzung wichtiger strategischer und operativer Aufgaben hierzulande zu langsam, urteilen rund 60 Prozent der IT-Fachleute. Im Vergleich mit ihren Kollegen anderer Funktionsbereiche verfügen die IT-Fachleute offensichtlich eher über ausreichende Informationen, um die Auswirkungen ihrer Arbeit im Tagesgeschäft auf das Geschäftsergebnis zu verstehen (IT 47 Prozent, Funktionsquerschnitt 41 Prozent). Immerhin mehr als die Hälfte empfindet diese Informationsbasis jedoch noch als ungenügend. Dies deutet auf erhebliches Optimierungspotenzial auch im IT-Sektor hin.
Dass ihr Linienmanagement Zugang zu allen notwendigen Zahlen hat, davon sind in Deutschland 62 Prozent der IT-Verantwortlichen überzeugt. Hier liegt Deutschland international an der Spitze (Polen 54 Prozent, Italien 47 Prozent, UK 42 Prozent, USA 33 Prozent). Zahlen zur Steuerung der Organisation sind demnach in deutschen IT-Abteilungen generell vorhanden.
Schlecht sieht es dagegen in Sachen Motivation aus. Nur 35 Prozent der Befragten können neben der Bezahlung weitere Anreize zur Motivation der Mitarbeiter erkennen. Damit bildet Deutschland im internationalen Vergleich das Schlusslicht. In den USA geben 78 Prozent der IT-Verantwortlichen an, neben der Bezahlung über weitere Motivationsförderer zu verfügen. In Großbritannien gilt das für 73 Prozent und in Italien für 66 Prozent der Befragten.
Die aktuellen Tipps der Redaktion
Egal welche Art von Software Sie suchen:
Im SoftwareGuide der Network Computing finden Sie detaillierte Informationen und
direkte Downloadmöglichkeiten zu mehr als 7500 Softwarelösungen von über 5200 Herstellern.
© 2008 Network Computing. All rights reserved. Für den Inhalt der Leserkommentare kann CMP-WEKA Verlag GmbH & Co. KG keine Haftung übernehmen.
Jede Haftung ist ausgeschlossen.