Für rund 3 Milliarden Dollar in bar und Aktien kauft der Speichersystem-Hersteller Brocade den amerikanischen Switch-Hersteller Foundry Networks. Damit können Kunden von Brocade künftig alle Komponenten beziehen, die sie für den Auf- und Ausbau von Data-Centern benötigen.
Zum »One-Stop-Shop« entwickelt sich Brocade durch die Übernahme von Foundry Networks. Für den Hersteller von Switches und WLAN-Ausrüstung gibt Brocade an die 3 Milliarden Dollar aus. Die Kaufsumme begleicht Brocade teils in bar, teils durch eigene Aktien.

Landet mit der Übernahme von Foundry
einen weiteren Coup: Michael Klayko,
Chief Executive Officer von Brocade.
Für Brocade stellt der Kauf von Foundry einen Kraftakt dar. Im vergangenen Geschäftsjahr (Ende: 27. Oktober 2007) erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1,237 Milliarden Dollar bei einem Nettogewinn von 76,87 Millionen Dollar. Um die Foundry-Übernahme zu finanzieren, nimmt Brocade daher 1,5 Milliarden Dollar bei der Bank of America und Morgan Stanley Senior Funding auf.
Foundry Networks wurde 1996 gegründet und zählt zu den kleinen, aber feinen Anbietern von Enterprise-Switches. Im vergangenen Jahr erzielte die 1100 Mann starke Firma einen Umsatz von 607 Millionen Dollar und einen Gewinn von 76,9 Millionen.
An Cisco kommt keiner vorbei
Als einer der ersten Anbieter nahm Foundry Layer-4-7-Switches und Systeme für 10-Gigabit-Ethernet in sein Portfolio auf. Dennoch musste das Unternehmen nach Angaben der Marktforschungsgesellschaft Infonetics anderen Anbietern den Vorrang lassen.
Im Ethernet-Switch-Markt, der 2007 weltweit ein Volumen von 17 Milliarden Dollar hatte, dominierte mit 66 Prozent Umsatzanteil Cisco. Auf den weiteren Plätzen folgten mit jeweils 4 bis 5 Prozent Hewlett-Packards Procurve-Sparte, Nortel Networks und 3Com/H3C.
Bei SAN-Komponenten im Kampf gegen Cisco
Brocade ist derzeit der führende Anbieter von Switches für Storage-Area-Networks sowie von Fibre-Channel-Direktoren und Hostbus-Adaptern. Vor zwei Jahren schluckte Brocade für 973 Millionen Dollar den Konkurrenten McData. Damit entstand neben Cisco ein »Riese« im Bereich Speichernetze.
Mit der Übernahme von Foundry ist Brocade nun in der Lage, Komplettlösungen für Rechenzentrum anzubieten: Speicher-Komponenten und Switches. Es fehlen nur noch entsprechende Server-Systeme.

Gehören in Kürze zum Produktportfolio von Brocade: Foundrys Switches der Reihe Fast Iron SuperX mit Power-over-Ethernet-Ports.
Die Tatsache, dass Server-Anbieter wie Sun und HP verstärkt in den Storage-Markt drängen und mit dem Slogan »Alles aus einer Hand« auf Kundenfang gehen, war einer der Gründe für Brocades Vorstoß in Richtung Foundry.
Hinzu kommt, dass sich auch Foundry wachsender Konkurrenz ausgesetzt sah. So stieg mit Juniper Networks im vergangenen Jahr ein potenter Mitbewerber in den Enterprise-Switch-Markt ein. Insofern könnte sich der Verkauf an Brocade durchaus als gelungener Schachzug erweisen
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