Die Übernahme des Grafik-Chip-Herstellers ATI vor zwei Jahren wird AMD im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres finanziell schwer belasten.
Weiterhin in rauer See segelt Prozessor-Hersteller AMD. Bereits in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres wies das Unternehmen einen Nettoverlust von 358 Millionen Dollar aus.
Im zweiten Quartal sieht es nicht besser aus. Vor allem der Unternehmensbereich ATI erweist sich immer mehr als »Geldverbrennungsanlage«. Weil die Sparte nicht die gesteckten Umsatzziele erreichte, muss AMD in diesem Zeitraum 880 Millionen Dollar abschreiben.

Soll ATI, und damit AMD, aus der Krise führen:
der High-End-Grafikprozessor Radeon HD 4870.
Hinzu kommen 32 Millionen Dollar für die Abfindungen entlassener Mitarbeiter und 36 Millionen Dollar für den Flash-Chip-Hersteller Spansion, ein ehemaliges Joint-Venture AMDs mit Fujitsu.
Auf der Haben-Seite verbucht AMD rund 190 Millionen Dollar Einnahmen aus dem Verkauf von Ausrüstung für die Herstellung von Halbleitern. Unter dem Strich bleibt somit ein Fehlbetrag von 758 Millionen Dollar.
Auf der Jagd nach Intel und Nvidia
AMD bezahlte für ATI im Jahr 2006 für rund 5,4 Milliarden Dollar. Der Neuerwerbung erging es ähnlich wie dem Prozessor-Hersteller: Im Kampf gegen Nvidia verlor ATI an Boden, weil der Bereich monatelang keine konkurrenzfähigen Produkte vorzuweisen hatte. Er in jüngster Zeit änderte sich das mit den 3000er und 4000er Chips der Reihe Radeon HD.
Ähnlich erging es AMD mit den Opteron- und Phenom-Prozessoren für Server und Arbeitsplatzrechner: Fehlerfreie Exemplare kamen mit Verspätung auf den Markt, sodass Intel seine Position ausbauen konnte.
Erst gegen Ende des Jahres, wenn AMD Strom sparende und höher getaktete Versionen anbieten kann, die in einem 45-Nanometer-Prozess gefertigt werden, dürfte das Unternehmen wieder halbwegs konkurrenzfähig sein. Intel bietet 45-nm-CPUs bereits seit mehreren Monaten an.
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