Network Computing

Alles im Griff  

Von: Dirk Jarzyna

Desktop-Management-Suites – Im bislang umfangreichsten Vergleichstest von Desktop-Managementprodukten, den Network Computing durchgeführt hat, zeigen sieben Teilnehmer ihre Stärken und Schwächen.

 

Verwaltete Desktops sind ihren nicht verwalteten Brüdern überlegen: Durch schnelleres Software-Deployment erhalten die Benutzer Upgrades und neue Funktionalität in kürzerer Zeit. Patches lassen sich in Minuten statt Tagen installieren. Vollständige Hardware- und Software-Inventuren erlauben eine bessere Planung künftiger Aktualisierungen und helfen, den Einkauf zu vieler Lizenzen zu vermeiden und trotzdem den Lizenzvereinbarungen zu entsprechen. Strikte Lockdown-Richtlinien verhindern nicht autorisierte Konfigurationsänderungen und die Installation ungeprüfter Software durch die Benutzer. Zudem ist es eine Kleinigkeit zu überprüfen, ob die aktuelle Virendefinitionsdatei installiert ist.

Aber es geht auch um Geld. Ein nicht verwalteter Windows-XP-Desktop hat eine 4-Jahres-TCO (Total Cost of Ownership) von 4455 Dollar. Dem stehen 2850 Dollar für einen gut verwalteten, verriegelten PC gegenüber. Diese Zahlen stammen aus einem kürzlich veröffentlichten Gartner-Bericht. Die TCO eines Thin-Client-Computers beträgt nicht mehr als 2607 Dollar. Dies illustriert, wie deutlich Desktop-Management Kosten einsparen kann.

Network Computing testete Desktop-Management-Suites für eine 10000-Knoten-Organisation. Wir verlangten Asset-Management, Software-Distribution, Software-Lizenz-Monitoring, Windows-Patch-Management und Unterstützung für Windows-2000- und -XP-Clients. Die Unterstützung weiterer Plattformen begrüßten wir, forderten sie aber nicht.

Network Computing bat 15 Hersteller, ihre Desktop-Management-Produkte für diesen Test zur Verfügung zu stellen. Altiris, »iPass«, »LANDesk Software«, Microsoft, Novell, »OnDemand Software« und Vector Networks nahmen die Herausforderung an. IBM zog sich mit der Begründung zurück, unsere Deadline nicht einhalten zu können. Computer Associates lehnte ab und begründete dies durch nur minimale Änderungen am Produkt seit unserem Desktop-Management-Test Ende 2003. Die Produkte von New Boundary Technologies, »NetSupport« und Criston erfüllten unsere Anforderungen nicht. Hewlett-Packard, die vergangenes Jahr Novadigm kaufte, und BMC-Software, die 2004 Marimba erwarb, lehnten eine Teilnahme ohne Angabe von Gründen ab. Tally Systems wurde gerade erst im April von Novell gekauft, und die Produkte, die für diesen Test in Frage gekommen wären, fließen in Zenworks ein (TS.Census) oder werden komplett eingestellt (Cenergy).

 

 


Wir bewerteten die Produkte in drei Hauptgruppen mit insgesamt 14 Kategorien:

  • Berichterstellung: Ohne eine solide Berichts-Engine kann der Administrator effizientes Desktop-Management gleich vergessen. Wir sahen uns die Tiefe der Software- und Hardware-Scans ebenso an wie die Präsentation. Berichte führten wir auf hoher Ebene über die gesamte Organisation bis hinunter auf Maschinenbasis aus.
  • Software-Distribution: Hier hatten wir vier Subkategorien vorgesehen. Deren beiden Schlüsselkategorien waren Patch- und Verwundbarkeits-(Vulnerablility-)Management. Die Patch-Management-Fähigkeiten der Produkte bewerteten wir, indem wir die aufgelisteten Verwundbarkeiten der Suites mit denen auf Microsofts Windows-Update-Site verglichen. Reboot-Steuerung war ebenfalls wichtig. Wir suchten nach Wegen, Reboots von Benutzern zu erzwingen, zu verlangen oder die Benutzer zumindest über anstehende Reboots benachrichtigen zu können. Genau sahen wir uns auch die Rollback-, Backup- und Migrationsfähigkeiten der Produkte an.
  • Management: Diese Kategorie umfasst die Vielfalt der Features. Auf Rollen basierende Sicherheit machte 10 Prozent der Gesamtpunktzahl eines Produkts aus. Altiris, Novell und Microsoft dominierten hier die Landschaft.


Nach einer unserer Umfragen erachten unsere Leser Remote-Control als fast ebenso wichtig wie Lizenz-Monitoring – also bewerteten wir auch diese Kategorie. Am meisten beeindruckte uns hier das Produkt von Vector, das als Standalone-Remote-Control-System verkauft wird. Neben Standard-Features fanden wir viele zusätzliche Fähigkeiten. On-demand unterstützt Remote-Control nicht.

 


Altiris Client Management Suite 6.0
Wir würden gern bessere Verwundbarkeiteinschätzungs- (Vulnerability-Assessment) Fähigkeiten sehen, aber auch so, wie es im Augenblick aussieht, bietet Altiris-CMS die beste Feature-Sammlung und erfüllte alle unsere Anforderungen. Seine leicht zu benutzende Benutzungsschnittstelle, fein abgestufte Zugriffssteuerung und Desktop-Backup-Stärke verhalfen dem Produkt ein weiteres Mal zu unserer Auszeichnung »Referenz«.

Die Basis-Benutzungsschnittstelle des Produkts hat sich seit unserem vorherigen Test bemerkenswert geändert – zum Besseren. Unter anderem sind nun zusammengehörende Aufgaben, beispielsweise die Einstellung der Konfigurationsoptionen, gemeinsam unter einer Hauptkategorie gruppiert. Wir konnten Rollen und Reichweiten für nahezu jede Funktion und Sammlung von Computern einstellen. CMS unterstützt vererbbare Richtlinien, wenn Zugriffssteuerungs-Untergruppen erzeugt werden. Die Webkonsole des Produkts ist allerdings träge. Die Performance wurde zwar mit dem jüngsten Service-Pack verbessert, aber trotzdem ist noch ein wenig Nacharbeit erforderlich. Das Laden von Seiten dauerte manchmal irritierend lange.

Die Desktop-Backup-Funktionalität war ein einmaliges Feature des Produkts – kein anderer Hersteller für Backups bietet das auf dieser Ebene. Im Test erzeugten wir einen Live-Schnappschuss einer Standard-Windows- XP-Installation und speicherten ihn auf einem zentralen Server. Das Backup beanspruchte gerade 1,2 GByte. Die Daten waren nicht nur komprimiert, sondern redundante Dateien und Dateisegmente auch eliminiert. Das Backup einer zweiten XP-Maschine nutzte lediglich 25 MByte zusätzlichen Speicher. Die Benutzer können für eigene Rollbacks oder Dateiwiederherstellungen auf die Backupinformationen zugreifen. Um dies zu testen, löschten wir eine Datei aus einem Dokumentenverzeichnis und veränderten eine zweite. Leicht und innerhalb weniger Minuten stellten wir den Originalzustand beider Dateien wieder her. Administratoren können Restore-CDs von der zentralen Konsole aus herstellen, falls ein Benutzer mit langsamer Verbindung einmal eine vollständige Systemwiederherstellung benötigen sollte. Die »Personality-Migration«, der Transport eines Benutzers von einer Maschine zu einer anderen, funktionierte im Test ebenfalls gut. Zwar bieten dieses Feature auch andere Hersteller, aber nur CMS entdeckte doppelte Daten.

Wir fanden viele Features, die technisches Support-Personal begeistern dürften. Neben dem Durchführen von Remote-Control, Text- und Audio-Konferenzen ließen sich Prozesse überwachen und manipulieren. Wir starteten Applikationen, verwalteten Drucker, starteten Computer neu, führten Port-Scans und einen Trace-Route von der Konsole zu einem Host durch und starteten Dienste neu. Mit einem Passwort-Reset-Feature war es einfach, lokale und Domänen-Passwörter zurückzusetzen.

Seit unserem vorigen Test hat Altiris Wise-Package-Studio gekauft – eine gute Investition. Wir erstellten in Wise Softwarepakete und überprüften sie vor dem Deployment auf Kompatibilitätsprobleme. Möglich ist auch, einen »Preflight-Check« durchzuführen, der ein Paket verteilt und Simulationen installiert. Diese Methode wurde entworfen, um Konflikte zu erkennen, damit ein Administrator sie auflösen kann, bevor er sie große Softwareverteilung startet. Wie wir nur zu gut wissen, können selbst geringfügige Variationen der auf den PCs installierten Software, der installierten Patches und der Hardware Installationen scheitern lassen. Einen Installer durch eine Testumgebung zu schicken, kann zwar viele potenzielle Probleme abfangen, aber kein Testfeld kann die Konditionen eines kompletten Unternehmens akkurat simulieren. Die beste Vorgehensweise ist deshalb, vor der Software-Installation ein Backup anzufertigen und dann nach Konflikten zu suchen.

 


LANDesk Software LANDesk Management Suite 8.5
Die Landesk-Management-Suite überzeugte durch ihr Verwundbarkeits-Management, ihre Inventarberichte und ihr Lizenz-Monitoring. Sie erzielte damit eine hohe Punktzahl. Das Produkt lag in der Endabrechnung fast gleichauf mit dem von Altiris. Aber eine geringfügig feinerfühlige Zugriffssteuerung sowie bessere Benutzermigrations-Unterstützung und Support-Features hielten Altiris-CMS auf dem Spitzenplatz.

Die Landesk-Management-Suite besitzt eine neue, einfachere Konsolenschnittstelle, die ausgiebig von Fenstern Gebrauch macht. Es war leicht, Workspaces zu erstellen – wir selektierten einfach, welche Fenster wir geöffnet haben wollten, stellten deren Standorte ein und speicherten die Konfiguration. Später konnten wir genau diesen Workspace wiederherstellen und Fenster (statt die Schnittstelle) um unsere Aufgaben herum organisieren. Die Hauptkonsole ist eine Win32-Applikation, aber es stehen auch Web-Berichte zur Verfügung.

 


Landesk hatte mit Abstand das beste Patch- und Verwundbarkeits-Management. Wir konnten nicht nur ein Patch-Management für unsere Windows-, Linux-, Mac-OC-X- und Solaris-Maschinen ausführen, sondern Landesk entdeckte auch Windows-Spyware. Beeindruckt hat uns auch der Grad an Reboot-Steuerung bei der Installation von Patches und Software. Einige Patches verlangen einen Reboot, damit sie funktionieren, aber kaum ein Administrator möchte Benutzer in der Mitte einer produktiven Inspiration stören. Mit Landesk konnten wir Nachrichten für den Endbenutzer erstellen, dem Benutzer einen Alarm senden, den Reboot verzögern oder den Benutzer abbrechen lassen.

Das Modul mit dem Namen »Connection Control Manager« war unter den Testkandidaten ebenfalls einmalig. Es erlaubt dem Administrator, USB-Ports, entfernbare Media-Laufwerke, Modems oder Wireless- und Bluetooth-Verbindungen auf Maschinenbasis auszuschalten. Auch USB-Geräte mit Ausnahme der Tastatur und Maus lassen sich ausschalten. Kein anderer Hersteller offerierte solche Hardware-Verriegelungsfähigkeiten. Als wir das USB-Blocking mit einem entfernbaren Flash-Drive testeten, stellten wir fest, dass das Programm dieses Blocking nicht in Echtzeit durchführt. Statt dessen pollte Landesk das Gerät für eine einstellbare Anzahl Minuten. Wir konnten das Laufwerk noch einige Sekunden lang benutzen, bevor es heruntergefahren wurde. Diese Vorgehensweise mag Angestellte vielleicht dazu veranlassen, Richtlinien zu befolgen, aber lieber würden wir eine sofortige Blockierung als wirklich effiziente Sicherheitsmaßnahme sehen.

Landesk offeriert eine einmalige Methode für die Software-Distribution: Das Programm unterteilte unser Netzwerk automatisch in Subnetze und erzeugte temporäre Distributions-Server. Die End-Clients zogen die Software dann von den Distributions-Servern statt über das WAN, und jeder Client mit einem Landesk-Agenten konnte ein Distributionspunkt werden.

 


Microsoft Systems Management Server 2003
In der Schlacht um den dritten Platz schlug Microsoft Novell überwiegend mit dem Preis – Microsofts SMS war das billigste Produkt der Enterprise-Klasse. Leider konnten wir zu Mengenrabatten nichts in Erfahrung bringen, so dass der Straßenpreis wahrscheinlich um einiges niedriger ist als der hier genannte Preis.

Nachteilig ist, dass der SMS ohne Software-Packaging-Umgebung kommt. Ebenfalls nicht beeindrucken konnten uns die Rollback-Fähigkeiten und – völlig überraschend – das Linzenz-Monitoring des Produkts. Der SMS 2003 arbeitet ausschließlich in einer Active-Directory-Umgebung und erfordert möglicherweise eine Erweiterung des AD-Schemas.

Die gute Seite? Der SMS liefert exzellente Berichte, Zugriffssteuerungs- und Support-Features. Als erstklassig ist außerdem die auf Rollen basierende Administration des Produkts zu bezeichnen. Wir definierten die Privilegien »Erzeugen«, »Löschen«, »Lesen«, »Modifizieren« und »Administrieren« für Domänenbenutzer und -gruppen. Berechtigungen lassen sich von einem Benutzer zu einen anderen kopieren oder von einer Gruppe zu einer anderen, und Controls können auf Gruppenbasis platziert werden. Benutzer und Gruppen übernimmt das Programm aus AD. Gerne hätten wir auch eine Integration von AD-Gruppenrichtlinien gesehen, denn schließlich ist der SMS ein Microsoft-Produkt. Keine der getesteten Desktop-Management-Suites unterstützt AD-Gruppenrichtlinien-Management.

Microsofts Web-Berichte waren unter den getesteten die beeindruckendsten, aber auch Altiris bietet sehr gute Drill-down-Fähigkeiten. Während des Tests erzeugten wir einen Bericht, der sämtliche, auf allen Maschinen installierte Software auflistete. Wir brauchten nur auf ein bestimmtes Programm zu klicken, um alle Maschinen zu sehen, auf denen es installiert war. Dann stiegen wir tiefer ein uns fanden vollständige Inventardaten für jede einzelne Maschine.

Gut gefiel uns das Inventar-Ändrungsprotokoll (Change-Log). Vorangegangene Änderungen sind mit Datum und Zeit versehen, und sehr leicht ließ sich nachvollziehen, was sich geändert hatte. Es war zwar ein wenig knifflig, existierende Änderungen mit der aktuellen Konfiguration zu vergleichen, aber keines der anderen Produkte lieferte eine solch detaillierte Änderungsanzeige.

Der SMS besitzt die besten Diagnose- und Support-Komponenten. Mit dem enthaltenen Client oder via Terminal-Services unter Windows-XP konnten wir Remote-Control durchführen und uns schnell und einfach aktuelle Netzwerkeinstellungen, Druckaufträge, ausgeführte Tasks und IE-Einstellungen ansehen. Ereignisprotokolle lassen sich in Echtzeit von den Clients abrufen. Einmalig beim SMS ist auch dessen Remote-Performance-Monitoring. Der Administrator kann Alerts für Performance-Schwellwerte konfigurieren – falls sich beispielsweise ein Benutzer darüber beklagt, dass seine Maschine zu langsam ist, stellt der Administrator Alerts für die CPU- und RAM-Utilization ein, statt darauf zu warten, dass der Benutzer ein Problem bemerkt und anruft.

 


Novell ZENworks Desktop Management
Der Adminstrator muss kein Novell-Netzwerk haben, um Zenworks einzusetzen, aber andere stellen ihn vor einige Herausforderungen. Beispielsweise nutzt Zenworks Edirectory und integriert sich direkt damit. Administratoren müssen also wissen, wie sie es nutzen. Wer Software an spezifische, in Active-Directory spezifizierte Benutzer senden möchte, der muss Komponenten installieren, die AD und Edirectory synchronisieren. Novell-Nutzer hingegen sollten Zenworks unbedingt berücksichtigen, auch wenn es teuer ist.

Novell lizenziert verschiedene Komponenten anderer Hersteller, beispielsweise eine OEM-Kopie von Patchlink, die das Patch-Management übernimmt – hier wurde einfach nur das Logo geändert. In unseren Tests wurde das Patch-Management komplett außerhalb der Zenworks-Umgebung abgewickelt. Wir mussten Computergruppen und Zugriffssteuerungslisten neu erstellen und zusätzliche Client-Software installieren. Diese nicht integrierte Natur der Komponente beanspruchte zu viel Zeit, aber es hat sich dennoch gelohnt, denn die Patch-Management-Fähigkeiten von Zenworks gehören mit zu den besten. Weitere Pluspunkte: breite Unterstützung von Drittherstellern und Nicht-Microsoft-Patches sowie extensive Reboot-Steuerungsoptionen.

Desktop-Migrationen führt Miramar Systems' Desktop-DNA durch. Benutzer- und Netzwerkeinstellungen, Dateien und Ordner lassen sich auf einem zentralen Server sichern. Wie Altiris unterstützt auch Novell Disk-Imaging, und Novells Ifolder-Produkt synchronisiert Daten zwischen Client-Maschinen und Netzwerk-Servern.

Zenworks geht bei der Software-Distribution ein wenig anders vor als andere Produkte. Software lässt sich an Arbeitsstationen, Benutzer oder Gruppen adressieren. Benutzern präsentiert Zenworks einen Ordner, der alle verfügbaren Programme auflistet, unabhängig davon, ob sie bereits installiert sind oder nicht. Als wir ein bereits installiertes Programm auswählten, startete es wie erwartet. Wählten wir ein Programm, das noch nicht installiert war, wurde es sofort heruntergeladen und installiert.

Zenworks Schwachpunkte zeigten sich bei Remote-Control und Unterstützung des technischen Supports. Wir vermissten Features wie Chat und Audio-Konferenzen, und die Inventardaten sind nicht so detailliert wie bei den anderen Produkten. Die Berichtsmaschine, fanden wir, sei schwierig zu benutzen und die Berichte ebenso schwierig zu interpretieren.

 


iPass Mobile Lifecycle Management Suite 6.1
Wir halten das Produkt von Ipass für besser geeignet zum Einsatz in kleineren Unternehmen mit weniger zu administrierenden Benutzern. Betriebssystem ist die auf Rollen basierende Zugriffssteuerung vom MLM verglichen mit den Mitbewerbern eingeschränkt. Der Administrator kann Benutzer in zu verwaltende Einheiten (oder Gruppen) zusammenfassen und diesen dann Zugriffssteuerungsrechte zuweisen. Es ist möglich, einen Benutzer in mehreren Managementeinheiten zu haben, aber ein PC darf nur zu einer gehören.

Die Helpdesk-Komponenten sind eher schwach. Im Remote-Control-Modus lassen sich Chats durchführen, aber Datei- oder Zwischenablage-Sharing unterstützt das Programm nicht. Wir konnten uns die ausgeführten Tasks, geladene Module, Dienste und die NT-Ereignisanzeige ansehen, aber die Inventardaten präsentiert das Produkt sehr dürftig. Die Web-Berichte sind ebenfalls eingeschränkt.

 


Dafür funktionierte aber das Patch-Management gut. Der Administrator sieht, welche Patches erforderlich sind, lädt sie herunter, wie er sie braucht, und installiert sie dann auf den betreffenden Maschinen. Das Programm bietet sogar die Option, zuvor Microsoft-SQL- oder -IIS-Server herunterzufahren. Trotzdem würden wir gern eine bessere Reboot-Steuerung sehen. Unsere Benutzer konnten Reboots nicht verzögern – das Programm präsentiert einen 5-Minuten-Countdown und startet das System dann erbarmungslos neu. Wir ließen am Ende dieses Countdowns ein nicht gespeichertes Dokument geöffnet, nur um zu sehen, was passiert. Eine Speichern/Abbrechen-Box erschien für etwa 15 Sekunden, dann erzwang das Programm den Neustart.

Ipack enthält eine Packaging-Umgebung, die sich eher wie ein Scripting-Studio anfühlt. Ein Schnappschuss-Werkzeug hilft bei der Erzeugung von Installern, die nicht auf dem MSI-Format basieren – und diese Funktionalität geht über die eines Programm-Installers hinaus: Mit diesem Schnappschuss-Werkzeug und der Packaging-Umgebung kann der Administrator Konfigurationsdateien pflegen und deren Änderungen steuern. Ipass berechnet Lizenzen auf monatlicher statt jährlicher Basis. Aber wie bei jedem anderen Produkt auch, muss für jedes verwaltete Gerät bezahlt werden.

OnDemand Software Desktop Availability Suite 8.6
Das Produkt von Ondemand hätte vielleicht besser abgeschnitten, hätte dieser Test erst zum Ende dieses Jahres stattgefunden: Unterstützung von Linux, PXE-Booting, Wake-on-LAN und Client-Multitasking – alles steht auf Ondemands To-do-Liste. Aber selbst wenn wir diese Features schon jetzt hätten berücksichtigen können, fehlten einfach noch zu viele Features bei einem Produkt, das als Desktop-Management-Suite der Enterprise-Klasse zu bezahlen ist.

Ondemand, auch als Wininstall bekannt, ist der einzige Hersteller, der weder eine Remote-Control-Option noch Software-Metering bietet. Das Produkt unterstützt auch keine Zugriffssteuerung auf Maschinenbasis. Patch-Management ist ebenfalls kaum existent. Wir konnten noch nicht einmal sehen, welche Systeme ungepatcht waren. Dieses Produkt hat zwar Potenzial, befindet sich in Sachen Funktionalität aber ungefähr zwei Jahre hinter den führenden Konkurrenten.

Einige interessante Features fanden wir in der Wininstall-Packaging- Umgebung. Dies ist insgesamt ein exzellentes Packaging-Studio, mit dem wir unter anderem MSI-Transforms erzeugen, Umgebungsvariablen und Registrierungsschlüssel anfordern, andere Applikationen überprüfen und Mindestanforderungen für Speicher, Prozessor, Betriebssystemversion und Bildschirmauflösung festlegen konnten. Ein Konflikt-Assessment-Scan bestimmt, ob ein Paket Konflikte mit existierenden Dateien oder Registrierungseinstellungen hat.

Das größte Verkaufsargument von Ondemand ist der Preis – der niedrigste unter denen der Mitbewerber. Wer lediglich Inventarisierung mit Grundfunktionalität und Software-Distribution sucht, für den mag Ondemand eine geeignete Wahl sein. Eingeschränkte Patch-Management- Unterstützung, schwach präsentierte Berichte und limitierte Support-Fähigkeiten behinderten dieses Produkt in unseren Tests sehr.

Vector Networks PCDuo Enterprise Desktop Management Suite 3.1
Als wir sahen, dass Vector im Produktnamen das Wort »Enterprise« benutzt, fragten wir uns, ob damit nicht das Raumschiff gemeint sein sollte. Das Produkt enthält keine Unterstützung für Migrationen, kein Client-Backup, keine Zugriffssteuerungsfähigkeiten und kein Packaging-Studio. Das Patch-Management erledigt ein separater SUS-Server. Und SUS bedeutet, dass der Administrator Patches nicht selektiv an Computergruppen verteilen kann.

PC-Duo hat einen niedrigen Preis und beeindruckende Remote-Control-Fähigkeiten. Das Produkt unterstützt Multiuser-Chat, Ein-Weg-Nachrichten, synchronisierte Zwischenablagen, Zeichnen auf dem Bildschirm und Capturing von Druckaufträgen. Sitzungen lassen sich auch für spätere Wiedergaben aufzeichnen, was vielleicht für die Erstellung von Schulungsvideos nützlich ist. PC-Duo erlaubt dem Administrator, für Applikationen »Fingerabdrücke« zu erzeugen, die Dateistandorte, -größen und Registrierungseinstellungen spezifizieren. Mit diesen Informationen lässt sich feststellen, ob ein bestimmtes Programm installiert ist.

Beim Rest des Produkts fiel uns nichts Bemerkenswertes auf. PC-Duo enthält nicht so viele Default-Berichte wie die anderen Produkte, und viele der Berichte verlangen vom Administrator, SQL-Queries zu schreiben. Bei dieser Aufgabe hilft glücklicherweise ein SQL-Builder, der Drop-down-Menüs mit Optionen und Werten zur Verfügung stellt. Benutzer lassen sich über ein Datenformular abfragen, das einfache Fragen stellt, beispielsweise nach dem Standort des Computers, der Etage oder dem nächst verfügbaren Nebenstellenanschluss. Diese Informationen gelangen dann in die Inventardatenbank.

 


Fazit
Letztlich hatten wir vier Klassen von Desktop-Management: Altiris und Landesk bilden die Spitze der Desktop-Management-Innovation. Microsoft und Novell haben viele Jahre Erfahrung im Desktop-Management in großen Unternehmen, und ihre Produkte sind ausgereift und zeitgetestet, wenn auch nicht Spitzentechnologie. Das Angebot von Ipass ist im mittelgroßen Unternehmen wettbewerbsfähig – ihm fehlen Reboot-Steuerung, Helpdesk-Unterstützung und fein abgestufte, auf Rollen basierende Administration, aber solche Features sind in kleineren Organisationen weniger von Bedeutung. Die Produkte von Ondemand und Vector lassen wichtige Funktionalität vermissen, aber für kleine Geschäfte, die nach weniger teurem Desktop-Management suchen, könnten sie vielleicht passen.

Ein zweites Mal geht unsere Auszeichnung »Referenz« an Altiris – aber nur knapp. Landesk liegt nur 0,05 Punkte dahinter und hat Altiris beim Patch-Management, Betriebssystem-Support und Lizenz-Monitoring sogar hinter sich gelassen. Microsoft gelang es, sich durch starke auf Rollen basierende Zugriffssteuerung und einem milden Preis den dritten Platz zu erobern.

dirk.jarzyna@networkcomputing.de

Testberichte

Software Guide

Egal welche Art von Software Sie suchen:
Im SoftwareGuide der Network Computing finden Sie detaillierte Informationen und direkte Downloadmöglichkeiten zu mehr als 7500 Softwarelösungen von über 5200 Herstellern.

Klicken Sie hier »

NETEVENTS

NWC UNIVERSITY

Logo Partner

Telonic
Unsere Partner: